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Burghardt stimmt Vergleich zu

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Von: Arne Löffel

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Ex-Eswe-Geschäftsführer Stefan Burghardt einigt sich mit der Stadt.

Der ehemalige Eswe-Geschäftsführer Stefan Burghardt hat einem außergerichtlichen Vergleich mit der Stadt Wiesbaden zugestimmt. Das teilt der laut Amtsgericht im April 2014 zu unrecht entlassene Burghardt gestern Abend schriftlich mit. Er berichtet, dass er 100 Prozent seiner Forderung erhalte und bestätigt auf Nachfrage eine Summe von 500 000 Euro. „Mehr kann man in einem Prozess nicht erreichen“, kommentiert Burghardt und räumt eine gewisse Verbitterung ein.

Wie berichtet, hatte der Aufsichtsrat der Eswe unter Führung der Verkehrsdezernentin Sigrid Möricke (SPD) Burghardt und seinen Kollegen Uwe Cramer fristlos entlassen, weil ihnen „Kompetenzüberschreitungen“ vorgeworfen wurden: Im Jahr 2013 hätten die Geschäftsführer den 500 bei Eswe Verkehr angestellten Busfahrern zwei ungerechtfertigte Sonderzahlungen in Höhe von insgesamt 315 000 Euro zukommen lassen. Darüber hinaus wurde den Geschäftsführern vorgeworfen, sie hätten zu teure Dienstwagen gefahren.

Bereits im Dezember hatte das Verwaltungsgericht die Kündigungen für unwirksam und die Vorwürfe für haltlos erklärt. Dieser Einschätzung folgte nun auch das Oberlandgericht Frankfurt, was zum Vergleich der zwei Ex-Chefs mit der Stadt führte. Burghardts Ex-Kollege Cramer hatte dem Vergleich bereits Mitte Oktober zugestimmt und 700 000 Euro erhalten.

Laut Burghard hätten auch die Richter am Oberlandgericht festgestellt, dass die vermeintlichen Verfehlungen nicht aufrecht zu erhalten seien. Er legt Wert auf die Formulierung, dass dem Unternehmen durch ihn in keiner Weise Schaden zugefügt worden sei, er habe vielmehr zum Wohle des Unternehmens entschieden.

Er bedauere, dass Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD) als oberster Dienstherr und Verkehrsdezernentin Möricke nicht das persönliche Gespräch mit ihm gesucht hätten, um die Probleme aus dem Weg zu räumen. „Das Eingeständnis der Stadt, 100 Prozent der Klagesumme an mich zu zahlen, reicht mir im Grunde aus. Mit einer Entschuldigung wäre ich allerdings einverstanden“, so Burghardt.

Der Vertrag der Eswe mit Burghardt lief noch bis Oktober 2016. Ihm hätten ein Bruttogehalt von 120 000 Euro und Boni von maximal 31 000 Euro zugestanden. Laut Burghardt hat sich Eswe Verkehr bereiterklärt, den geldwerten Vorteil des angeblich zu teuren Dienstwagens bis zum Vertragsende zu zahlen. Arbeitslos ist Burghardt nicht. Als Ministerialbeamter kehrte er in seine frühere Position zurück.

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