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Bunter Start der Sommerwiese

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Von: Arne Löffel

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Am ersten Tag der Sommerwiese lautete da Motto „Zeitreise“.
Am ersten Tag der Sommerwiese lautete da Motto „Zeitreise“. © Michael Schick

Kostenloses Ferienprogramm des Sozialamts lockt tausende Kinder und Eltern in die Reisinger Anlagen. In den kommenden Tagen gibt es weiterhin ein buntes Programm.

Der Anblick ist so herzerwärmend, dass er schon fast kitschig ist: Hunderte Kinder tollen zur Eröffnung der „Sommerwiese“ auf dem satten Grün der Reisinger Anlagen; die Eltern sitzen auf mitgebrachten Decken und Campingstühlen im Schatten der ausladenden Ahorn-Bäume und beobachten ihre Sprösslinge dabei, wie sie sich an den schier zahllosen Stationen der Sommerwiese tummeln.

Dort wird zum Eröffnungstag gebastelt und getobt. Besonders beliebt ist die wie jedes Jahr aufgebaute Wasserrutsche am zum Bahnhof weisenden Ende der Wiese. Lange Schlangen bilden sich davor, erwartungsvoller Glanz erfüllt die Kinderaugen. Aber auch Stationen mit weniger Adrenalin erfreuen sich allergrößter Beliebtheit. Malen, Bauen, Basteln gehören genauso dazu wie Sport und Bewegung. An einer Station können die Kleinen sogar lernen, wie unsere Vorfahren mit einer Konstruktion aus Holz und Schnur weiches Gestein angebohrt haben – und können die gelochten Steine auch mit nach Hause nehmen.

Ungebrochener Zuspruch

Markus Filke, Sozialarbeiter bei der Stadt Wiesbaden und Organisator des Ferienprogramms, freut sich über den ungebrochenen Zuspruch der Kinder. „Wir rechnen hier tagtäglich mit rund 2000 Kindern, die an den Nachmittagen das Angebot nutzen“, sagt er.

Besonders mag Filke an der Sommerwiese die bunte Mischung aus Toben und Basteln. „Wir haben in den vergangenen Jahren das Konzept immer weiter entwickelt“, sagt Filke. Zum 14. Mal organisierte er die Sommerwiese. Eben so lange es dieses Angebot in Wiesbaden gibt. „Wir fragen am Anfang eines jeden Tages, wie viele Kinder die Sommerwiese schon kennen. Und es sind doch immer wieder sehr viele, die nicht zum ersten Mal da sind. Das ist ein schönes Kompliment“, sagt Filke.

Zu den wiederkehrenden Highlights der Sommerwiese gehört auch der „Sommerwiesenstar“, eine kleine Talentshow. Jedes Jahr können sich Kinder, die etwas Besonderes können, bei den Organisatoren melden. Die Siegerin oder der Sieger des kleinen Wettbewerbs darf am Samstag das Schlussfest der Sommerwiese mit dem großen Moderator auf der Bühne bestreiten.

Nicht erst durch den Talentwettbewerb musste Sozialdezernent und Bürgermeister Arno Goßmann (SPD), der es sich nicht nehmen ließ, die Sommerwiese persönlich zu eröffnen. Und das, obwohl er dafür nach eigenen Angaben seinen eintägigen Urlaub kurz unterbrechen musste. „Die Sommerwiese ergänzt sehr gut unser anmeldepflichtiges Ferienprogramm“, kommentiert der Sozialdezernent. Er halte daher die diesjährigen Kosten von 45 000 Euro für eine sehr gute Investition.

Wie Filke erklärt, wird die vom Sozialamt auf den Reisinger Anlagen aufgebaute Infrastruktur vormittags bis zum frühen Nachmittag für das kosten- und anmeldepflichtige Ferienprogramm genutzt. Hier liege die Aufsichtspflicht bei den städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Am Nachmittag, eben zur Sommerwiese, können alle kommen und zahlen auch keinen Eintritt. Die Aufsichtspflicht liegt dann aber bei den Eltern. „Mit dem Konzept sind wir in den vergangenen Jahren gut gefahren, es ist nie etwas Schlimmes passiert“, sagt Filke.

Die Sommerwiese wird, so die Erfahrung der Organisatoren, besonders von Familien geschätzt, die nicht so viel Geld haben, oder aber nicht so langfristig planen können. „Viele Familien kommen dann spontan vorbei. Und das einzige, was uns hierbei wirklich hinderlich werden kann, ist das Wetter“, sagt Filke. Auch am gestrigen Eröffnungstag wurden die Schirme und Zelte vorzeitig in Sicherheit gebracht, weil ein dunkles Grollen das nächste Unwetter ankündigte.

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