Auch Erwachsene dürfen sich über die Pflanzen freuen.
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Auch Erwachsene dürfen sich über die Pflanzen freuen.

Bunt blühende Bienenwiesen

Im Bauerngarten der Fasanerie können Kinder Nutzpflanzen mit allen Sinnen erleben

Von Gesa Fritz

Wie war das jetzt noch mal bei der Möhre? Woher kommen nur die Samen, die es in diesen kleinen Tütchen zu kaufen gibt? Blüten gibt es bei Möhren ja üblicherweise ja nicht – oder doch?

Man muss kein Stadtkind sein, um auf solche Fragen die Antwort schuldig zu bleiben. Aber gerade die Stadtkinder haben jetzt die Chance, auf diesem Gebiet an Wissen zuzulegen. Die Fasanerie hat gestern ihren Bauerngarten eröffnet. Er ergänzt das naturpädagogische Konzept des Tier- und Pflanzenparks vor den Toren der Landeshauptstadt.

Ab sofort können Kindergartengruppen oder Schulklassen hier Projekttage buchen und die Arbeit im Garten kennenlernen. Sie dürfen beispielsweise helfen, Getreidesorten wie Dinkel, Roggen oder Weizen anzubauen. Sie können das Getreide ernten, mahlen und schließlich sogar Brot backen. „Wir wollen dass die Kinder den Garten sinnlich erleben, sich für die Vielfalt der Farben, Düfte und Geschmäcker begeistern können“, sagt Tierparkleiterin Ute Kilian.

Ein Bereich des Gartens ist ganz den essbaren Pflanzen gewidmet. In einer Parzelle wechselt sich roter Lollo rosso mit grünem Kopfsalat ab. Im nächsten Beet wachsen verschiedene Kohlrabisorten. Die klassischen Küchenkräuter sind von Naschbeeten umrahmt, in denen Himbeeren, Johannisbeeren oder die Jostabeere – eine Kreuzung aus Stachel- und Johannisbeere – stehen.

Zum Thema Insekten sollen noch bunt blühende Schmetterlings- und Bienenwiesen angelegt werden. Ein Hochbeet ermöglicht auch Rollstuhlfahrern die Arbeit mit Pflanzen und Erde. Eine abnehmbare Seitenwand schafft den Kindern auch Einblicke in das Wurzeltreiben. Gruppen, die im Winter kommen, können im Gewächshaus Samen legen.

Der Bauerngarten ist auf einer Fläche von 460 Quadratmetern im ehemaligen Biergarten der Fasanerie entstanden. Seit 2005 war die zur Straße Wilfried-Ries-Straße gelegene Fläche eine Baustelle, vor einem Jahr wurden mit den Arbeiten begonnen, so dass der Garten nun, im 100. Jahr des Bestehens der Fasanerie, fertig geworden ist. Insgesamt hat das Projekt 40000 Euro gekostet, finanziert wird es über den Förderverein, die Ortsbeiräte Nordost und Klarenthal sowie die Stadt.

Ein Genuss vor allem für die Augen sind die Beete zur Gaststätte hin. Hier wachsen Sonnenhut, Pfingstrosen aber auch Präriepflanzen oder das Tränende Herz, damit die Besucher sehen, dass es mehr Blumen gibt als nur Stiefmütterchen. Und selbst hier sind Nutzpflanzen wie duftende Kräuter oder bunt Blühendes zum Färben der hauseigenen Schafwolle untergemischt.

Möhren übrigens, Möhren lassen sich vermehren, indem man jetzt eine Pflanze aus dem Vorjahr in die Erde steckt. Dann bilden sich Blütendolden und später Samen. Vorausgesetzt, man hat keinen der zur Fortpflanzung untauglichen Hybriden erwischt.

Informationen zur Anmeldung für die Projekttage für Schulklassen, Kindergärten und andere Gruppen gibt es unter www.wiesbaden.de/fasanerie. Der Eintritt in die Fasanerie ist kostenlos. Dafür sind Spenden von den Besuchern willkommen.

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