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Bürgerinitiative will Grünfläche in Wiesbaden als Lernort erhalten

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Wie wird die freie Fläche genutzt werden, wenn das Helios-Krankenhaus ins neue Gebäude gezogen ist?
Wie wird die freie Fläche genutzt werden, wenn das Helios-Krankenhaus ins neue Gebäude gezogen ist? © Andreas Arnold/dpa

Wenn die Helios Horst-Schmidt-Kliniken in Wiesbaden in ihr neues Gebäude gezogen sind, sollen auf dem ehemaligen Hubschrauberlandeplatz Wohnungen gebaut werden. Dagegen gibt es Protest.

Die Bürgerinitiative (BI) „Grüne Zukunft Freudenberg“, die sich für den Erhalt einer 2,7 Hektar großen Grünfläche auf dem Freudenberg im Wiesbadener Stadtteil Dotzheim einsetzt, wirft der Stadt vor, alternative Flächen zur Bebauung nicht ernsthaft untersucht und Alternativgutachten nicht beauftragt zu haben. Sie fordert „eine echte und offene Bürgerbeteiligung“. Dass das Umweltdezernat in einem Schreiben an die Bürgerinitiative auf „rechtlich definierte Handlungsspielräume“ verweist, will die BI nicht gelten lassen.

Wenn die Helios Horst-Schmidt-Kliniken in den neuen Klinikbau gezogen sind und auch der Hubschrauberlandeplatz dorthin verlegt wurde, sollen auf der Fläche des einstigen Landeplatzes 200 Betriebswohnungen in fünf- und sechsgeschossigen Gebäuden für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kliniken entstehen. An den Landeplatz grenzen Wald und Wiese – und die müssten erhalten bleiben, fordert die Bürgerinitiative mit Verweis auf eine wichtige Kaltluftentstehungszone. Die Wiese am Hubschrauberlandeplatz und das angrenzende Wäldchen hätten sich in den vergangenen 50 Jahren zudem zu einer Oase für Pflanzen und Tiere entwickelt.

Mehrere Gespräche der Stadt mit der BI und weiteren an dem Vorhaben Beteiligten hat es bereits gegeben – bislang ohne Konsens. Jede Seite sieht sich im Recht und führt Argumente pro oder kontra Wohnungsbau an. Wie an anderen Orten auch zeigt sich am Freudenberg die Konfliktlinie: Es muss dringend Wohnraum geschaffen werden, erst recht bezahlbarer. Gleichzeitig sollen im Sinne des Natur- und Klimaschutzes möglichst wenige Flächen versiegelt werden. Dass auf eine Baugenehmigung aus dem Jahr 1979 verwiesen wird, sieht die Bürgerinitiative kritisch.

Bürgerbeteiligung gefordert

„Ein über 40 Jahre alter Bebauungsplan kann von einer verantwortlichen Baupolitik überarbeitet werden, da wir im Jahre 2022 einen neuen Blick auf die möglichen Gefährdungen durch den Klimawandel haben“, heißt es in einer Mitteilung.

In einem Schreiben vom Dezember 2021 führt die BI Analysen und Gutachten des Bundesumweltamtes und des städtisches Amtes für Statistik und Stadtforschung an. Danach gehört das Stadtgebiet von Wiesbaden entlang der Rheinschiene zu den wärmsten und trockensten Regionen Deutschlands. Die Stadt gilt als ein potenzieller Hotspot der Klimawandelfolgen in Deutschland. Das Amt für Statistik und Stadtforschung hat in seiner Analyse die Bedeutung sogenannter grüner Infrastruktur in den Städten hervorgehoben und Möglichkeiten aufgezeigt, die Kommunen klimafest zu machen. Dazu gehören unter anderem das Konzept der Schwammstadt oder auch Tiny Forests – Miniwälder in der Stadt.

Nach Ansicht der BI könnte das Areal auf dem Freudenberg ein „besonderer Tiny Forest“ werden: ein Lernort für Kinder und Jugendliche, an dem praktisches ökologisches Wissen vermittelt wird.

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