Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Bis 2013 soll die Mauritiusgalerie umgebaut sein.
+
Bis 2013 soll die Mauritiusgalerie umgebaut sein.

Stadtbibliothek Wiesbaden

Bücherei zieht in Mauritiusgalerie

„Stabi“ und Musikbibliothek werden zusammengelegt. Das kostet die Stadt rund 3,1 Millionen Euro.

Von Gaby Buschlinger

Nun ist es amtlich: Die Stadtbibliothek zieht in die leerstehende Mauritiusgalerie. Das hat der Magistrat am Dienstag beschlossen. Das Stadtparlament muss noch zustimmen, doch das Okay für den Standortwechsel gilt als sicher. Auch die Musikbibliothek soll den Schillerplatz verlassen und mit in die Galerie wandern, sagten Kulturdezernentin Rose-Lore Scholz und Oberbürgermeister Helmut Müller (beide CDU) am Dienstag.

Das Medienzentrum hätte der Magistrat ebenfalls gerne dort angesiedelt, doch wegen eines frisch unterschriebenen und bis 2017 laufenden Mietvertrags für Räume über dem Parkcafé in der Wilhelmstraße 36 steht hinter diesen Überlegungen ein Fragezeichen.

Seit fast zehn Jahren wünschen Mitarbeiter, Nutzer und Politiker mehr Platz für die Stadtbibliothek, die seit fast 30 Jahren in das Weinandhaus in der Neugasse 15-19 gequetscht ist. Die Fenster sind undicht, die Gänge schmal, die Metallregale schäbig, und es gibt keine Kinderecke und keinen Lesesaal.

Mit der Mauritiusgalerie hatten bereits Scholz’ Vorgängerin Rita Thies (Grüne) sowie die Bibliothekschefin geliebäugelt. Doch der Eigentümer konnte sich nicht dazu entschließen, die Immobilie, die als Einkaufszentrum floppte, zu sanieren.

Umbau kostet eine Million Euro

Anfang des Jahres kaufte die Stadt – genauer die WVV Holding GmbH – das seit Jahren ungenutzte Gebäude am Rande der Fußgängerzone. Die Prüfung hat laut OB Müller ergeben, dass die Böden die schweren Bücherregale aushalten. In der Mauritiusgalerie bekommt die Zentralbibliothek endlich mehr Platz. Im Weinandhaus muss sie mit knapp 3000 Quadratmetern auskommen. Zwar sollen die beiden Büchereien nur die Hälfte der Galerie in Anspruch nehmen, so Müller, also rund 4.000 Quadratmeter. Aber durch die Zusammenlegung werde Platz gespart: Gemeinsam genutzt werden der Eingangsbereich, die Garderobe, der Lesesaal und der Veranstaltungsbereich.

Die andere Hälfte der Mauritiusgalerie soll wieder an Geschäfte vermietet werden. Das Interesse von Händlern an diesem seit Jahren toten Standort werde wiedererwachen, glauben Scholz und Müller: „Die Bibliotheken werden Leben in die Ecke bringen.“

Tatsächlich verzeichnet die „Stabi“, wie die Wiesbadener den Büchertempel liebevoll nennen, am Tag rund 1400 Besucher. Dank der weiteren Teile des Gebäudekomplexes – dazu gehören das Achat-Hotel mit 149 Zimmern, 50 Eigentumswohnungen und das Parkhaus – „rechnet sich die Mauritiusgalerie für uns zurzeit“, sagte Müller. Sprich: Deren Erwerb sei nicht zu einem Minusgeschäft geworden.

Mehr Miete als jetzt – rund 528.000 Euro im Jahr – werde das Kulturamt auch nach dem Umzug nicht bezahlen, so Scholz und Müller. 2,1 Millionen Euro soll die Zusammenlegung kosten, eine weitere Million werde für Umbauten fällig. Ob Personal abgebaut wird, ist laut Scholz noch unklar. Der Umzug könnte ihrer vorsichtigen Schätzung nach 2013 sein.

Zwei Alternativ-Standorte wurden verworfen, sagte Scholz: Im R+V-Hochhaus wäre die Miete zu teuer gewesen. Und der Neubau am Platz der deutschen Einheit sei wegen vergaberechtlicher Bedenken ausgeschieden, da in der Ausschreibung keine Stadtbibliothek vorgesehen war.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare