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Noch bis Januar kann man in der alten Stadtbibliothek schmökern.
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Noch bis Januar kann man in der alten Stadtbibliothek schmökern.

Wiesbaden Stadtbibliothek

Bücherausleihen sollen teurer werden

Die große Koalition im Wiesbadener Stadtparlament will die Gebühren für die Stadtbibliothek um 50 Prozent anheben. Die Erhöhung steht im Zusammenhang mit dem Umzug der Stadtbibliothek von der Neugasse in die Mauritiusgalerie Anfang 2014.

Von Julius Sandmann

Die große Koalition im Wiesbadener Stadtparlament will die Gebühren für die Stadtbibliothek um 50 Prozent anheben. Die Erhöhung steht im Zusammenhang mit dem Umzug der Stadtbibliothek von der Neugasse in die Mauritiusgalerie Anfang 2014.

Neues Gebäude, neue Gebührenordnung: Die Landeshauptstadt will zum 1. Januar 2014 die Gebühren für ihre Stadtbibliothek erhöhen. So sollen etwa die Kosten für den ein Jahr lang gültigen Benutzerausweis für Erwachsene um 50 Prozent steigen – von zehn auf 15 Euro. Das von CDU und SPD gestützte Vorhaben wurde bereits im Magistrat beschlossen und soll am Donnerstag in der Stadtverordnetenversammlung verabschiedet werden.

Die Erhöhungen stehen im Zusammenhang mit dem Umzug der Stadtbibliothek, auch „Stabi“ genannt, von der Neugasse in die Mauritiusgalerie Anfang 2014. Für diesen Umbau sind etwa 10,5 Millionen Euro eingeplant, für die neue Einrichtung samt IT-Equipment weitere 2,7 Millionen.

.Auch die Säumniskosten und die Gebühren für das Ersetzen eines verlorenen Ausweises sollen jeweils um die Hälfte steigen. „Wenn ich so einen schönen neuen Rahmen habe, ist eine Gebührenerhöhung angemessen“, erklärt Kulturdezernentin Rose-Lore Scholz (CDU). Die Preise seien jahrelang nicht erhöht worden, zudem gebe es am neuen Standort ein vergrößertes Angebot. In der Mauritiusgalerie liege der Fokus nicht nur auf Büchern, sondern auch auf den neuen Medien, sagt Scholz. So gebe es dort auch WLAN. Zudem können Laptops und E-Book-Reader für eine Nutzung innerhalb der Bücherei ausgeliehen werden.

Scholz erhofft sich Synergien von der Zusammenlegung von Stabi, Musikbibliothek und Medienzentrum. Personen mit einem geringeren Einkommen könnten dort Medien nutzen, die sie im eigenen Haushalt nicht haben. Ein weiterer Vorteil stellt für die Kulturdezernentin die zentralere Lage dar: „Im Grunde zieht die Stadtbibliothek nach Hause und ist im Herzen der Stadt.“

Grüne gegen Gebührenerhöhung

Die Stadtverordnetenfraktion der Grünen ist gegen die geplanten Kostenmaßnahmen. „Unser Hauptkritikpunkt ist, dass Gruppen mit niedrigeren Einkommen in der neuen Gebührenordnung nicht angemessen berücksichtigt werden. Sie werden abgeschreckt“, sagt Dorothea Angor, kulturpolitische Sprecherin der Grünen. Die neue Stadtbibliothek biete ein tolles und modernes Angebot, jedoch seien steigende Preise ein falsches Signal an Geringverdiener.

Angor weist darauf hin, dass die Nutzung der Stadtbibliothek in Wiesbaden mit der neuen Gebührenordnung teurer sei als etwa in Frankfurt oder Mainz, wo die Ausweise nur zwölf Euro für ein Jahr kosten würden. Jedoch erhöht die Stadtbücherei Frankfurt ebenfalls zum 1. Januar 2014 die Preise – dort kostet ein Ausweis dann 16 Euro. In Darmstadt zahlten Arbeitslose, Rentner und Studierende lediglich fünf Euro im Jahr, Empfänger von SGB-II-Leistungen seien sogar gänzlich von den Nutzungsgebühren befreit, erzählt Angor. In Wiesbaden erhalten nur Hartz-IV-Empfänger mit Kindern eine Familienkarte, die zum Erhalt eines kostenlosen Ausweises berechtigt. Vergünstigungen für andere geringverdienende Personen gibt es nicht.

„Eine Stadtbibliothek ist eine Bildungseinrichtung und hat nicht die genuine Aufgabe, Geld einzunehmen“, lautet die Meinung von Dorothea Angor. Sie plädiert dafür, den Benutzerausweis kostenfrei zu gestalten und Gebühren lediglich für Zusatzleistungen zu erheben.

Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Wiesbaden kritisiert die steigenden Kosten. So müssten etwa Schulen und Kindergärten für bisher kostenlose Ausweise demnächst fünf Euro bezahlen. „Die Befürchtung ist naheliegend, dass es weitere Erhöhungen geben wird“, zeigt sich Dorothea Stöver, Lehrerin und Mitglied des Kreisvorstandes der Wiesbadener GEW, besorgt.

Die Stabi in der Neugasse ist ab dem 7. Januar 2014 geschlossen und öffnet Anfang März ihr neues Kapitel in der Mauritiusgalerie. Die Stadtteilbibliotheken sind in dieser Zeit geöffnet.

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