1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Wiesbaden

Brutale Attacke auf Fastnachtsparty

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Zwei Jahre nach der Messerstecherei auf einer Faschingsfeier in Kloppenheim beginnt am 7. Januar nun in Wiesbaden der Prozess gegen die vier mutmaßlichen Täter.
Zwei Jahre nach der Messerstecherei auf einer Faschingsfeier in Kloppenheim beginnt am 7. Januar nun in Wiesbaden der Prozess gegen die vier mutmaßlichen Täter. © ddp

Elf Verletzte waren das Ergebnis einer brutalen Attacke auf eine Fastnachtsparty vor einem Jahr in Kloppenheim. Vier Männer müssen sich nun dafür vor Gericht verantworten. Von Michael Grabenströer

Von Michael Grabenströer

Die Angeklagten schweigen, und Richter Walter Krieger, Vorsitzender am Wiesbadener Jugendschöffengericht, stellt sich auf eine lange Verhandlung ein. Weitere fünf Prozesstage sind bereits terminiert, um den Überfall im Februar 2008 auf eine Fastnachtsgesellschaft in der Turnhalle Kloppenheim aufzuklären. Auf über 40 Zeugen kann das Gericht zurückgreifen, um den Männern im Alter zwischen 21 und 43 Jahren ihre Beteiligung an dem brutalen Angriff nachzuweisen. Alle vier äußerten sich beim Auftakt am Donnerstag nicht zu den Vorwürfen der gefährlichen Körperverletzung.

Elf Personen, erläuterte Staatsanwältin Elke Sölch in ihrer Anklage, wurden bei dem Vorfall verletzt, einer von ihnen schwer. Die Angeklagten sollen gegen vier Uhr morgens in die Halle gestürmt sein, als nur noch einige Leute mit dem Aufräumen beschäftigt waren. Schon als die Angeklagten vor der Halle auf ihr erstes Opfer stießen, sollen sie "Wir bringen Euch alle um. Ihr seid schon jetzt tot" gebrüllt und ohne Vorwarnung zugeschlagen haben.Später hätten sie dann mit Radschlüsseln und Schlagstöcken, aber auch mit Stuhlbeinen und Besenstielen wahllos auf die Leute in der Halle eingeprügelt. Dabei wurde auch ein damals 46-jähriger Mann mit einem "Stichwerkzeug" nahe der Wirbelsäule getroffen. Dabei wurde auch seine Lunge verletzt.

Mit vier Autos angerückt

Die Angeklagten waren mit vier Autos angerückt und suchten nach der nur zehn Minuten dauernden Attacke das Weite. Hintergrund des Überfalls soll ein vorangegangener Streit bei der Fastnachtsparty gewesen sein, wobei der damals 19-jährige Wiesbadener von der Polizei nach draußen eskortiert wurde. Er kehrte dann offenbar mit zweien seiner Brüder und dem damals 41-Jährigen, der in Kassel lebt, zur Turnhalle zurück. Die vier Männer sollen nicht die einzigen Tatbeteiligten gewesen sein. Doch gegen vier weitere anfangs Verdächtigte wurde das Verfahren wieder eingestellt.

Im Vorfeld des Prozesses hatte der lange Zeitraum zwischen Tat und Gerichtsverhandlung für Kritik gesorgt. Am Rande der Verhandlung sagte Richter Krieger vor Pressevertretern, dass zwei Jahre bis zu einem Prozessauftakt vorm Jugendschöffengericht eher "ein Ausreißer" seien. Allerdings hätte schon die intensive kriminaltechnische Ermittlung Zeit gebraucht.

Das Amtsgericht hatte versucht, den Prozess wegen des Umfanges mit 40 Zeugen und kriminaltechnischen Untersuchungen ans Landgericht zu übergeben. Das lehnte jedoch ab.

Auch interessant

Kommentare