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Brunnen sprudelt bald wieder

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Die Jugendbauhütte restauriert die Drei-Lilienquelle am Hotel Schwarzer Bock. Von links: Luise Bohse, Florian Leuze und Kilian Vosse.
Die Jugendbauhütte restauriert die Drei-Lilienquelle am Hotel Schwarzer Bock. Von links: Luise Bohse, Florian Leuze und Kilian Vosse. © Michael Schick

Die Wiesbadener spenden großzügig für die Restaurierung der Drei-Lilien-Quelle. Der "Quellraum" unter dem Hotel "Schwarzer Bock" ist demnächst wieder zugänglich. Von Michael Grabenströer

Von Michael Grabenströer

Groß ist der Raum, in dem die Drei-Lilien-Quelle künftig wieder sprudeln und für die Wiesbadener zugänglich sein wird, nicht gerade. Keine 15 Quadratmeter misst der "Quellraum", der nur vom Drei-Lilien-Platz an der Rückseite des Hotels Schwarzer Bock erreicht werden kann. Derzeit ist die Quelle nicht zugänglich. Der Raum, der als einer der wenigen Zeugnisse reinsten Jugendstils in Wiesbaden gilt, ist eingekapselt.

Über der Quelle wird gerade die Hotelküche saniert, der Boden ist aufgebrochen. Doch im Herbst, verspricht Architekt Christian Wollitz, solle die Quelle wieder erreichbar sein, mit rekonstruierten Fließen, die einst von Villeroy und Boch kamen. Ein Kleinod, das sich bei Stadtführungen sehen lassen kann.

Groß allerdings, so berichtet Carla Schulte-Kalms, Ortskuratorin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, war das Engagement der Wiesbadener für diese Quelle. 44000 Euro sammelte das Ortskuratorium seit 2008 ein. Geld, das jetzt im Rahmen eines Fördervertrags an Hoteldirektor Peter Mikkelsen übergeben wurde. Dazu kommen noch Geld der bundesweiten Stiftung Denkmalschutz und Leistungen, die der Rotarier Club Wiesbaden erbrachte. Rund 100000 Euro kostet die Renovierung der Quelle. Zu den Vorarbeiten für die Wiederherstellung gehört auch eine Magisterarbeit von Anna Gawlik. Die Mitarbeiterin des Architekturbüros trug Fakten und historische Grundlagen über die Drei-Lilien-Quelle für ihre Magisterarbeit zusammen.

Bei der Übergabe des Fördervertrages dabei war der Vorsitzende der Stiftung Denkmalschutz, Gottfried Kiesow. Der ehemalige hessische Landesdenkmalpfleger erwartet von der Restaurierung der Drei-Lilien-Quelle einen Anstoß für die Neuentdeckung der Quellstadt Wiesbaden.

"Ohne die Quellen" gäbe es Wiesbaden nicht, erinnerte Kiesow an die Stadtgeschichte. Die Römer hätten die Quellen in Wiesbaden geschätzt und sogar ihre Pferde im Thermalwasser gebadet. In Rom hätte man die zu roten Kügelchen gerollten Rückstände der eisenhaltigen Quellen zum Färben von Glatzen und Haaren genutzt - ein Hauch Germanien für die noble römische Gesellschaft. Kiesow erhofft sich von der Quell-Restaurierung ein Startsignal, um "das Wasser in der Kurstadt wieder offen erscheinen zu lassen".

Dabei denkt der Denkmalschützer an all die Quellen und Bachläufe, die unterirdisch verlegt worden sind. "Wasser ist aber ein Stück Stadtgeschichte von Wiesbaden."

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