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Gute Stimmung herrschte beim Fastnachtsumzug 2009.
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Gute Stimmung herrschte beim Fastnachtsumzug 2009.

Fastnachtsumzug

Brüggeschunkeler müssen zugucken

Die Brüggeschunkler müssen draußen bleiben. Die Dachorganisation Wiesbadener Karneval schließt den jüngsten Fastnachstverein vom Umzug aus. Von Michael Grabenströer

Von Michael Grabenströer

Sie gehören noch immer zu den Kleinsten, wenn nicht sogar zu den allerkleinsten, die Carneval-Freunde, die sich "Die Brüggeschunkeler" nennen. Es ist auch der jüngste Wiesbadener Fastnachtsverein, gerade einmal ein volles närrisches Jahr dabei. Doch schon wurde er abgestraft wegen Frechheit gegenüber der Dachorganisation (Dacho) Wiesbadener Karneval, der Verbund aller Wiesbadener Altvereine, der den Fastnachtsumzug veranstaltet. Der schloss die Brüggeschunkeler von der Teilnahme am Kinderzug und am Sonntagsumzug aus. Quasi ein närrisches Auftrittsverbot in der Kurstadt. Auffallen wird das bei 220 Zugnummern freilich kaum.

Im letzten Jahr waren die Brüggeschunkeler, die die Rheinbrücke zwischen Mainz und Wiesbaden im Logo führen und unter den Kleinen und ganz Kleinen für närrischen Schwung sorgen wollen, noch dabei. Da waren sie Zugnummer 234 - ganz am Ende praktisch vor der Zugente, die die närrischen Lindwürmer abzuschließen pflegt.

In diesem Jahr freute sich der junge Verein schon auf einen Platz weiter vorn - zumindest in der Mitte. Denn bei der Vergabe der Zugnummer, der Positionen im Zug, konnten sie sich auf die Satzung, "Zugordnung" genannt, stützen. Darin steht, dass Platzierungswünsche - im Zug weiter vorn oder weiter hinten - möglich sind. Gleichzeitig ist aber auch festgehalten, dass "in der Regel das Rotationsprinzip" gilt. Die Zugordnung will also festlegen, dass jeder einmal die Chance hat, nach vorne zu rücken oder nach hinten gesetzt zu werden.

Eigentlich hatten die Brüggeschunkeler in Unverständnis des Protokolls schon 2009 damit gerechnet, ganz vorne einsortiert zu werden, als "neuestes Baby" des Wiesbadener Karnevals, wie Brüggeschunkeler-Präsident Hartmut Richter, der sich schlicht Vorsitzender nennt, meint, das alle Zuneigung und Aufmerksamkeit verdient habe. "Aber hinten war auch in Ordnung - für den Anfang". Nun wollten die Neuen aber weiter nach vorne kommen im Zug, glaubten die Satzung auf ihrer Seite und bekamen eine Abfuhr. Erst nachdem alle Dacho-Mitglieder informiert waren - die Brüggeschunkeler sind als Neuverein noch nicht Mitglied - wurde auch ihnen das Aus mitgeteilt. Dabei waren sie laut Zugprogramm schon auf Platz 209 und 210 eingestellt. Darüber waren sie, sagt Richter, verärgert und äußerten dies auch in einem Brief an den Dacho. Konsequenz: Die Plätze 209 und 210 erscheinen nun mit dem Zusatz "entfällt" versehen.

"Frech und unverschämt"

Für die Dacho ist klar, so Vorsitzender Werner Mühling, dass es vom Zugmarschall keine bessere Platzierungszusage gegeben hat. Außerdem habe sich der Vorstand über den "überaus frechen und unverschämten Brief geärgert", den die Brüggeschunkeler an den Verein der Vereine geschickt hatten. Darin war von versuchtem "Boykott" des neuen Vereins und "reiner Willkür" die Rede. Außerdem wurde dem Dacho-Vorstand vorgeworfen, "zu einer professionellen und unvoreingenommenen Arbeit nicht in der Lage zu sein". Der Hinweis, dass sie dann "dem Ansehen der Fastnacht und der gesamten Organisation" schadeten, fehlte auch nicht. Außerdem unterstellte Richter der Dacho unprofessionelles Vorgehen bei der Wahl des Kinderprinzenpaares. Sogar von "Willkür, die man sich nicht bieten lassen" wolle, war die Rede. Die Reaktion darauf: Ausschluss!

Der Zug wird natürlich trotzdem durch Wiesbaden rollen. Schließlich zahlen die teilnehmenden und zugelassenen Vereine auch dafür: 111 Euro die Mitgliedsvereine der Dacho, 222 Euro die Fremdvereine. Beim letzten Male hatten auch die Brüggeschunkeler ihren Beitrag geleistet - reduziert, 55 Euro, ein verminderter Satz für die Kleinstgruppen unter 20 Personen. Das Geld haben sie diesmal gespart.

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