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Bogenschießen wie Legolas

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Wiesbadener Sportvereine laden auf dem Schlossplatz zum Mitmachen ein. Ein Tipp: Segeln nach der Arbeit. Von Mirjam Ulrich

Von Mirjam Ulrich

Langsam spannt Luke den Bogen. Dann lässt er den Pfeil los - zack! Er trifft die Scheibe. Der Elfjährige ist mit seinem kleinen Bruder und seiner Mutter zum "Tag der Vereine" gekommen, den der Sportkreis Wiesbaden am Samstag auf dem Schlossplatz veranstaltete. Dort stellten sich Sportvereine vor und boten Mitmachaktionen an. Das Angebot reichte von Breakdance bis zum Seniorensport. Am Stand des Schützenvereins Burgfalken probieren Luke und sein Bruder Bogenschießen aus. Beiden gefällt´s.

Mutter Angela Kromann findet es gut, dass sich ihre Söhne verschiedene Sportarten anschauen können. In dem Alter wechselten Kinder öfter die Sportart, weil sie vieles versuchen wollten, sagt sie. Bei Trainerin Lis Becker erkundigt sie sich nach Schnupperstunden. Einen Bogen brauche sich niemand gleich zu kaufen, erläutert diese. Der Verein leihe Bögen aus.

Training mit Waffen

Bei den Burgfalken trainieren rund 80 Erwachsene und 30 Kinder und Jugendliche mit Luftdruckwaffen oder Pfeil und Bogen. "Seit den Herr-der-Ringe-Filmen kommen häufiger Kinder und Jugendliche zu uns und sagen, sie wollen lernen, wie der Elb Legolas mit dem Bogen zu schießen", erzählt Lis Becker. Legolas benutze jedoch einen Langbogen, das sei viel schwieriger.

Auch wer Segeln lernen möchte, braucht dafür kein eigenes Boot. Denn die Segeljugend des Schwimmclubs Wiesbaden 1911 besitzt zwei große Segel- und zwei Motorboote. Kinder haben bereits im Alter von sieben bis 14 Jahren die Möglichkeit, den Jüngstensegelschein zu machen. Einer von ihnen ist der elfjährige Matthias, der schon seit drei Jahren auf Booten unterwegs ist. "Im Verein ist es billiger, außerdem kann man die Boote nutzen", erzählt er.

Sonntags segeln sie im Schiersteiner Hafen, außerdem fahren sie jährlich auf Segelfreizeit und unternehmen Wander- und Kanufahrten. Für die Älteren veranstaltet die Yachtabteilung donnerstagabends ein "After Work"-Segeln. Kurse für die Sportbootführerscheine bietet der Verein ebenfalls an. "Segeln wird bei Kindern und Erwachsenen immer beliebter", hat Ausbilder Michael Bartscher festgestellt.

Weniger Nachwuchs verzeichnet hingegen der Radsportclub Wiesbaden (RSC), der in Hessen und deutschlandweit zahlreiche Meistertitel gewann. "Wir betreiben einen Ausdauersport, das Training ist sehr zeitintensiv, bis zu vier, fünf Stunden am Tag", sagt Jürgen Gräber, Cheftrainer und Schulsportreferent. Durch die Verkürzung der Gymnasialzeit habe es sowohl beim Trainingsumfang als auch bei den Trainingszeiten schwere Einschnitte gegeben. "Seit der Einführung von G8 haben wir beim Nachwuchs Einbußen von 30 Prozent."

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