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Ehrenamt ist auch Ehrensache – leider viel zu selten.
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Ehrenamt ist auch Ehrensache – leider viel zu selten.

Wiesbaden

Bock auf Bürgerengagement

  • Arne Löffel
    VonArne Löffel
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Eine Studie zeigt, dass Wiesbaden noch viel Potenzial für ehrenamtliches Engagement hat: Viele wollen sich engagieren, tun’s dann aber doch nicht – aus den unterschiedlichsten Gründen. Das soll anders werden. Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD) sieht das Parlament in der Pflicht.

Immerhin ein Drittel der Wiesbadener engagiert sich ehrenamtlich in Vereinen, Verbänden, Elternbeiräten und so weiter. „Das bedeutet aber im Umkehrschluss, dass sich zwei Drittel der Bürgerinnen und Bürger nicht engagieren. Hier müssen wir ansetzen“, sagt Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD) bei einer Pressekonferenz im Rathaus.

Hier präsentierte gestern das Amt für Strategische Steuerung, Stadtforschung und Statistik die aktuellste Studie zum bürgerschaftlichen Engagement in der Landeshauptstadt. Aus dieser Studie geht unter anderem hervor, dass sich mehr Wiesbadener ehrenamtliches Engagement vorstellen können, als sich wirklich engagieren. Die entscheidende Frage ist also laut Gerich, wie dieses Potenzial aktiviert werden kann – zum Wohle der Stadt und der Bürger.

Stärkung des Ehrenamts auf der Tagesordnung

Nun sei es am Parlament, dem Magistrat und somit der Verwaltung den Auftrag zur Entwicklung von geeigneten Instrumenten zu erteilen, mit denen dieses noch schlummernde Engagement geweckt werden kann. „Das geht nicht mit Bordmitteln und kann auch nicht aus dem Ärmel geschüttelt werden“, sagt Gerich. Daher sei nicht nur der Auftrag, sondern auch die Zuteilung der entsprechenden Budgets essenziell wichtig.

Der Studie basiert auf einer repräsentativen Telefonbefragung unter 1700 Einwohnern im Alter von mindesten 14 Jahren. „Wir haben festgestellt, dass sich besonders häufig deutsche Besserverdiener aus den östlichen Stadtteilen engagieren, die in einem Drei-Personen-Haushalt leben“, so Karl-Heinz Simon vom Amt für Strategische Steuerung, Stadtforschung und Statistik. Das dem überdurchschnittlichen Engagement entgegengesetzte Ende rekrutiere sich aus dem sozialen Gegenteil der Engagierten, wohnhaft oft in Klarenthal.

Die Definition dessen, was als ehrenamtliches Engagement verstanden wird, haben die Befrager laut Simons Amtskollegin, Barbara Lettko, den Befragten überlassen. Obwohl das Engagement in einem Elternbeirat ja eher als Lobbyarbeit fürs eigene Kind verstanden werden müsste, findet sich diese Tätigkeit weit oben in der Statistik der ausgeübten Tätigkeiten.

Weltreise statt Ehrenamt

Diese Definitionshoheit ist laut Simon einer der Schlüssel zu der ehr geringen Engagement-Quote von Migranten. „Hier wird Ehrenamt oftmals im direkten Umfeld ausgeübt, also in der eigenen Familie und in der Nachbarschaft“, so Simon. Obwohl auch das als ehrenamtliche Tätigkeit interpretiert werden könnte, taucht das in der Statistik nicht auf.

Quasi prädestiniert für ehrenamtliches Engagement seien die jungen Alten, rüstige Pensionäre mit viel Know-how. „Diese Generation holt aber die individuellen Träume wie Weltreisen nach, so dass sie für das Ehrenamt nicht zur Verfügung stehen“, so Simon. Ein Patentrezept zur Aktivierung des schlummernden Potenzials gibt es laut OB Gerich nicht.

„Wir müssen aus unterschiedlichen Einzel-Netzwerken ein kommunal aktives Gesamtnetzwerk formen“, sagt er. Ein wichtiger Aspekt sei hierbei die Informationsstrategie. Mehrheitlich würden Ehrenamtler durch Mundpropaganda geworben. Frei zugängliche Informationsquellen wie Broschüren, Zeitungen und Internet-Portale werden laut Simon immer seltener genutzt. „Hier ist zu überlegen, ob nicht zum Beispiel der bereits bestehende Internet-Auftritt der Stadt in diesem Aspekt optimiert werden könnte“, regt der Sozialforscher an.

Die gesamte Statistik ist im Internet einsehbar, zu finden auf www.wiesbaden.de/statistik. Von da aus über die Menüpunkte „Wiesbaden in Zahlen“, „Publikationen“ und „Stadtanalysen“ hin zum hinterlegten PDF „Bürgerschaftliches Engagement“.

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