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Das Mauritiusparkhaus ist in die Jahre gekommen.

Wiesbaden

Mauritiusparkhaus wird umgebaut

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Breitere Parkplätze und bessere Befahrbarkeit / Dauerparker müssen für mindestens drei Monate umziehen.

Wer schon mal im Mauritiusparkhaus war, dem gefällt’s überall. Abgesehen von den kosmetischen Mängeln wie dem heruntergekommenen und übelriechenden Treppenhaus zur Schwalbacher Straße hin, ist das Parkhaus auch nicht sonderlich nutzerfreundlich.

Allein angesichts des Fahrstils innerhalb des Parkhauses lassen sich die Dauerparker von den Gelegenheitsnutzern trennen: Während die eher seltenen Besucher mit Schweiß auf der Stirn die engen Rampen hinaufschleichen, um sich weder Außenspiegel, noch Lack zu ruinieren, verlassen sich die Dauermieter beim Parkplatz-Landeanflug auf die Stärke der Macht wie Han Solo bei der Sprengung des Todessterns. Kein Wunder, dass das Parkhaus beim jüngsten ADAC-Test Platz 44 von 50 belegt.

Baubeginn soll noch in diesem Jahr sein

Das Parkhaus gehört der Wiesbadener Immobilien-Holding WVV und wird nun von der Wibau, einer Schwesterfirma der Stadtentwicklungsgesellschaft SEG, für 4,2 Millionen Euro saniert. Das bestätigt Andreas Guntrum, Geschäftsführer von SEG und Wibau, auf Anfrage. „Wir bereiten gerade den Bauantrag vor, der in den kommenden Wochen gestellt werden soll“, sagt Guntrum.

Vordringliches Ziel des Umbaus ist laut Guntrum, die Parkplätze großzügiger zu gestalten und die Zufahrt auch großen Fahrzeugen zu erleichtern. Das ist auch ein Stück weit dem Zeitgeist geschuldet. Besonders die bei Besserverdienern beliebten „Sport Utility Vehicles“ (SUV) überschreiten sowohl in der Breite, als auch in der Höhe das gängige Garagenmaß. Höher als zwei Meter darf ein Auto nicht sein, ansonsten wird’s an den Rampen gefährlich. Davor warnt auch ein Schild an der Einfahrt zum Parkhaus.

Die nur 2,30 Meter breiten Parkplätze sind angesichts von gängigen Fahrzeugbreiten von 1,87 Meter (BMW X5) auch recht knapp bemessen. Auch das soll sich laut Guntrum ändern, so dass am Ende der Umbauphase zwar rund 100 Parkplätze weniger zur Verfügung stehen, die überbleibenden Parkplätze aber ohne Verrenkungen beim Ein- und Aussteigen genutzt werden können.

„Derart grundlegende Eingriffe in die Gebäudestruktur erfordern, dass wir das Parkhaus für zwölf bis 16 Wochen schließen“, so Guntrum, der den Baubeginn bereits in diesem Sommer sieht. Was während dieser Zeit mit den Dauerparkern passieren soll, ist laut Guntrum noch unklar. „Die müssen natürlich irgendwo untergebracht werden, aber mit dieser Frage haben wir uns noch nicht abschließend beschäftigt“, sagt er.

Das gelte auch für weitere offene Fragen wie dem Wunsch vieler Nutzer nach neuen Aufzügen oder einer Video-Überwachung des gesamten Parkhauses. „Wir haben jetzt erst mal das konkrete Bauvorhaben im Blick, die anderen Fragen sind für uns im Moment noch nebensächlich“, betont Guntrum. Ein in Auftrag gegebenes Gutachten solle die Wibau unterstützen.

Die WVV hat das Parkhaus inklusive der gleichnamigen Passage und dem darin befindlichen Achat-Hotel für weniger als 14 Millionen Euro von einem Immobilienfonds übernommen. Im Erdgeschoss des Gebäudes ist nun auch die Mediathek der Stadt untergebracht. Im Zuge dessen wurde zumindest das Treppenhaus zur Passage hin neu gestrichen.

Die Wiesbadener Holding WVV plant laut Guntrum, auch nach Sanierung des Gebäudes den Betrieb des Parkhauses an eine Fremdfirma zu vergeben. Im Zuge dessen ist damit zu rechnen, dass sich der günstige Park-Tarif von derzeit einem Euro pro Stunde erhöhen wird.

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