Wiesbaden

Boxenstopp für Elektroautos

  • schließen

Genossenschaftsverlag bietet Schnellladestation an / Noch ist der Service kostenlos.

Nicht nur Stadträtin Sigrid Möricke (SPD) geht in ihrem schicken Opel Ampera mit gutem Beispiel voran. Auch die hessische Landesregierung setzt auf die Elektromobilität, weshalb es sich Staatsminister Axel Wintermeyer (CDU), Chef der Hessischen Staatskanzlei, nicht nehmen ließ, am Mittwoch persönlich eine Schnellladestation an der Wiesbadener Dependance des Deutschen Genossenschaftsverlages in Betrieb zu nehmen.

Laut Wintermeyer habe die Landesregierung bereits im Jahr 2008 die Förderung der Elektromobilität zum Arbeitsschwerpunkt erkoren. „Elektromobilität kann einen wichtigen Beitrag leisten, die für unseren Wohlstand unverzichtbare Mobilität dauerhaft und umweltfreundlich zu sichern“, so Wintermeyer.

Allein für die Jahre 2013 bis 2015 habe das Land 6,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, ein neues Gesetz solle zudem die Verbreitung der Elektromobilität fördern.

Gerade bei der Verbreitung hapert es. Laut einer gemeinsamen Studie des Forums Elektromobilität und des Fraunhofer Instituts hat sich nur rund ein Drittel der Deutschen aktiv über E-Fahrzeuge informiert, obwohl allen Teilnehmern der Studie Elektromobilität ein Begriff sei. „Zudem sind nur 15 Prozent der Befragten ein E-Fahrzeug Probe gefahren“, so die Studie. Und das, obwohl 93,2 Prozent täglich weniger als 100 Kilometer fahren und mit den erzielbaren Reichweiten heutiger Elektrofahrzeuge ausreichend versorgt wären.

Dennoch hat die Studie herausgefunden, dass die Sorge des Liegenbleibens wegen einer leeren Batterie immer noch viele Kunden davon abhält, ein E-Auto zu kaufen. Hier setzt das Projekt des DG-Verlages an. Peter Erlebach, Vorsitzender des Vorstandes, will bis Ende April bundesweit elf Schnellladestationen ans Netz bringen. „Selbstverständlich bieten wir Ökostrom an. Bis Ende 2017 planen wir, rund 100 Genossenschaftsbanken für den Einsatz der Elektromobilität zu gewinnen“, so Erlebach.

Die Wiesbadener Station ist Teil des Forschungsprojekts „SLAM – Schnellladenetz für Achsen und Metropolen“, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird.

Der Strom aus der Zapfsäule ist bis zum Sommer für alle Kunden kostenlos. Ein starkes Argument. Laut Studie ist es eher das Portemonnaie, als das Umweltbewusstsein, das den Kaufimpuls für ein E-Auto setzt: „Je stärker die Kunden davon überzeugt sind, mit E-Fahrzeugen Geld sparen oder sich den steigenden Kraftstoffpreisen entgegenstellen zu können, desto eher sind sie bereit, ein solches Fahrzeug zu kaufen“, konstatieren die Forscher.

Wann genau bezahlt werden muss, hängt laut DG-Verlag davon ab, wann die Tests der Kartenlese-Geräte abgeschlossen sind. „Zur Bezahlung sollen die bekannten und allgemein verbreiteten Zahlungsmittel EC- und Kreditkarte akzeptiert werden“, teilt der Verlag mit. Auch das ist laut Studie wichtig: 44,3 Prozent der Befragten möchten gern mit Karte zahlen können. SMS- oder Internet-Abrechnung finden nur drei Prozent attraktiv.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare