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Befürworter der Biosphärenregion verweisen auf Umweltschutz und ein besseres Lebensumfeld.

Wiesbaden

Biosphärenregion: Die Gegner formieren sich

In den Kreisen Main-Taunus, Rheingau-Taunus und Wiesbaden wird um die geplante Unesco-Biosphärenregion gestritten. Landwirte und Jäger lehnen eine Modellregion mit hohen Nachhaltigkeitszielen ab.

Um die Unesco-Biosphärenregion, welche die Flächen der Kreise Main-Taunus, Rheingau-Taunus und der Stadt Wiesbaden umfassen soll, wird gerungen. Die Pläne, die seit 2018 diskutiert werden, finden genauso viele Befürworter wie Gegner. Die Gegner haben sich nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) zu einem „Bündnis für Freiheit und Zukunft der Region“ formiert. Die Bürgerstiftung „Unser Land“ und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) befürworten dagegen die Pläne und sehen große Chancen in einer solchen internationalen Modellregion, die sich besonderen Nachhaltigkeitszielen verpflichtet.

Die Bürgerstiftung weist in einer Mitteilung darauf hin, dass es zurzeit gar nicht um die Frage ja oder nein gehe, sondern um die Ausformulierung eines Antrages, an dem alle gesellschaftlichen Kräfte mitwirken sollen. Zu denen, die eine Biosphärenregion ablehnen, gehören Landwirte und Jäger. Sie fürchten mehr Vorschriften und einen damit verbundenen höheren Verwaltungsaufwand. Dem „Bündnis für Freiheit und Zukunft der Region“ gehören neben Landwirten der Bauernverbände aus den betroffenen Kreisen und der Stadt Wiesbaden, der Landesjagdverband, die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, der Pferdesportverband und der Landesverband für Landwirtschaftliche Fortbildung an, berichtet die FAZ.

Die Bürgerstiftung weist in einer Mitteilung darauf hin, dass eine große Zahl von zivilgesellschaftlichen Organisationen eine Antragsstellung bei der Unesco zur Anerkennung einer Modellregion befürworte – darunter zahlreiche Betriebe aus dem Weinbau, dem Obstanbau, der Imkerei und der regional vermarktenden Landwirtschaft. Mit der Biosphärenregion würde eine Grundlage für eine zukunftsweisende Zusammenarbeit in der Region geschaffen, „die den neuen und aktuellen Ansprüchen der Gesellschaft für eine nachhaltige Entwicklung und der Jugendbewegung zum Klimaschutz gerecht werden kann“. Einzelne Verbände oder einzelne Gemeinden könnten die Aufgaben für eine nachhaltige Entwicklung nicht alleine schultern. Der DGB sieht die Überlegungen zur Einrichtung einer Biosphärenregion ebenfalls positiv. Es könne ein Rahmen für eine nachhaltige Entwicklung in der Region schaffen, der Natur schütze, das Lebensumfeld verbessere und wirtschaftliche Anreize ermögliche, heißt es in einer Stellungnahme.

Stadt und Land könnten sich intensiver miteinander verbinden, gemeinsame Verkehrskonzepte entwickeln und Pendlerströme lenken. „Nur wenige Regionen können auf eine Verbindung von prosperierenden Wirtschaftsstandorten mit spektakulärer Natur- und Kulturlandschaft bauen, diese Chance sollte unter dem Unesco-Label ,Bioshäre‘ genutzt werden.“

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