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Nomen est omen: Die Adresse des Unternehmens Biontech heißt wirklich An der Goldgrube.
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Nomen est omen: Die Adresse des Unternehmens Biontech heißt wirklich An der Goldgrube.

Mainz

Biontech-Steuern machen Mainz plötzlich reich

  • Madeleine Reckmann
    VonMadeleine Reckmann
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Der Biontech-Erfolg verhilft der Stadt Mainz zu ungewohntem Geldsegen. Oberbürgermeister Ebling will die Stadt zu einem führenden Wissenschaftsstandort für Biotechnologie machen.

Die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt erlebt etwas, wovon andere Städte nur träumen können. Der Erfolg des in Mainz ansässigen Immuntherapieunternehmens Biontech beschert ihr für das laufende Jahr einen Überschuss von sagenhaften 1,09 Milliarden Euro. Diesen Geldsegen möchte die Stadt nutzen, um sich als globaler Standort für Biotechnologieunternehmen zu etablieren.

„Mainz soll zu einem weltweit führenden Zentrum für die Forschung und Entwicklung im Bereich Biotechnologie werden und so führende Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen anlocken“, sagte Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) bei einer Pressekonferenz. In den nächsten zehn Jahren sollen in Mainz 5000 neue Arbeitsplätze in der Branche entstehen und sich auf einer 30 Hektar großen Fläche 100 Unternehmen niederlassen. Schwerpunkt des Biotech Hubs soll die Krebs- und Altersforschung sein.

Haushalt

Mainz ist für das Jahr 2021 von einem Minus von 36 Millionen Euro im städtischen Haushalt ausgegangen. Jetzt kann die Stadt mit einem Plus von 1,09 Milliarden Euro rechnen. Für 2022 geht Kämmerer Günter Beck (Grüne) von einem Jahrsüberschuss von 490,8 Millionen Euro aus.

Die Stadt wird ihre Kassenkredite von 634 Millionen Euro im Jahr ablösen. Die Kredite für die Investitionen laufen weiter.

In die Pensionskasse möchte die Stadt nun pünktlich einzahlen.

Geprüft wird, ob Mainz Immobilien, die die Stadt bislang mietet, kaufen kann, um künftig Kosten zu sparen.

„Durch den Erfolg von Biontech wurde Mainz in der Pandemie zur Apotheke der Welt“, sagte Ebling. Diese herausragenden Ausgangsbedingungen wolle die Stadt mit erfolgreichen Forschungseinrichtungen, privaten Unternehmen, der Johannes-Gutenberg-Universität und anderen nun nutzen.

Ob die sprunghaft angestiegene Gewerbesteuer dem Hersteller des Covid-19-Impfstoffs zu verdanken ist, verrät die Stadt wegen des Steuergeheimnisses nicht. Aber da kurz darauf das Unternehmen selbst bekanntgab, im dritten Quartal sei mit einem Nettogewinn von rund 3,2 Milliarden Euro zu rechnen, wodurch der Jahresgewinn bis September auf über sieben Milliarden ansteige, dürfte der Zusammenhang zur Prognose der städtischen Gewerbesteuer klar sein. Laut den Vorhersagen wird dies kein einmaliger Effekt bleiben. Auch in den kommenden Jahren darf Mainz mit vielen Millionen Euro rechnen. Für 2022 geht die Stadt von einem Überschuss von fast einer halben Milliarde Euro aus.

Auch die vorhandenen Unternehmen sollen vom plötzlichen Reichtum profitieren. Geplant ist, den Gewerbesteuerhebesatz von 440 auf 310 Punkte zu senken. „Dies führt zu einer Entlastung für die in Mainz ansässigen Unternehmen von insgesamt 351,6 Millionen Euro im Jahr 2022“, sagte Bürgermeister Günter Beck (Grüne). Für die Ansiedlung der neuen Unternehmen plant die Stadt die zwölf Hektar große Generalfeldzeugmeister-Kaserne im Stadtgebiet herzurichten. Auf dem in der Nähe zu Biontech, dem biopharmazeutischen Institut Tron und zur Universitätsklinik gelegenen Areal sollen neue Technologien zur Marktreife entwickelt werden. Außerdem ist vorgesehen, auf einem 18 Hektar großen Gelände in der Nähe der Universität den Hochschulstandort zu erweitern. Dort soll der Fokus auf der Grundlagenforschung liegen.

Mainz möchte die nächsten Schritte rasch einleiten. Bis März 2022 soll die Cluster-Studie zur Bedarfsentwicklung stehen, bis April eine neue Gesellschaft als Ansprechpartner gegründet werden. Ende Juli 2022 möchte die Stadt zusätzliche Potenzialflächen ausgemacht haben. Bis Ende 2024 könnten die neuen Laborflächen des Technologiezentrums Mainz fertig sein. Um die zusätzlichen Bewohnerinnen und Bewohner ausreichend versorgen können, plant die Stadt, zusätzlichen Wohnraum und nachhaltige Verkehrslösungen zu schaffen und eine internationale Schule anzusiedeln.

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