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Betriebe in Wiesbaden und im Rheingau fürchten Preisexplosion bei Gas

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Von: Andrea Rost

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Kurzarbeit und Produktionseinschränkungen drohen. Firmen sehen kaum Einsparpotenziale

In der Landeshauptstadt Wiesbaden und im Rheingau-Taunus-Kreis kommt kaum ein Unternehmen ohne den Energieträger Gas aus. Dementsprechend groß sind die Sorgen vor dem Hintergrund der angespannten Versorgungslage.

Laut einer Umfrage, die die Industrie- und Handelskammer (IHK) Ende Juli unter ihren Mitgliedern vorgenommen hat, fürchten ausnahmslos alle Betriebe eine Preisexplosion. Die meisten rechnen mit einer Verdopplung oder Verdreifachung des Gaspreises beziehungsweise geben an, die Preissteigerungen überhaupt noch nicht abschätzen zu können.

Alle Befragten erklärten, ihre Produktion zumindest teilweise einschränken zu müssen, wenn Gas knapp wird. Von einem vollständigen Ausfall der Produktion gehen 17 Prozent der Betriebe aus. Als weitere Folge befürchten 66 Prozent der Industrieunternehmen, Kurzarbeit anordnen zu müssen. 55 Prozent erwarten, dass sie neue Aufträge ablehnen müssen.

Mehr als die Hälfte aller Unternehmen, die an der IHK-Umfrage teilgenommen haben, sehen für das kommende halbe Jahr keine Möglichkeit, bei unveränderter Geschäftslage den Gasverbrauch in größerem Umfang zu reduzieren. Um längerfristig weniger Gas zu verbrauchen, wollen sie auf die Nutzung erneuerbarer Energien setzen und beispielsweise auf Photovoltaik umsteigen. Sie erwägen, weniger zu heizen und ihre Beschäftigten verstärkt im Homeoffice arbeiten zu lassen. 44 Prozent befürworten eine Weiternutzung der Kernenergie.

An der Umfrage nahmen 132 Unternehmen teil. Darunter waren nach IHK-Angaben 28 Industriebetriebe und 104 Unternehmen aus anderen Branchen wie Gastronomie, Einzelhandel, Beratung, Versicherung und Logistik.

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