Heinz Schenk Wiesbaden

Bembel vom Blauen Bock ersteigern

  • Ute Fiedler
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Heinz Schenk war ein großer Sammler. Am 20. August wird sein Nachlass in Wiesbaden versteigert. Das Interesse sei riesig, vor allem an den Bembeln.

Wenn Stefan Niederauer Nachlässe versteigert, erhält er tiefe Einblicke in das Leben der Verstorbenen. Er nimmt Sammlungen, Bilder, Antiquitäten und vieles mehr genau unter die Lupe und merkt, wofür das Herz des Sammlers oder der Sammlerin schlug. Am Samstag, 20. August, bringt der Auktionator und Sachverständige den Nachlass von Heinz Schenk unter den Hammer. In Schenks Domizil, Holderstrauch 30, im Wiesbadener Stadtteil Naurod.

Etwa 900 Posten werden versteigert. Dabei wird laut Niederauer nach Zimmern vorgegangen. Angeboten werden Auszeichnungen wie der Bambi, Autogrammkarten beispielsweise von Schauspielerin Uschi Glas, Comiczeichner Rötger Werner Friedrich Wilhelm Feldmann alias Brösel, Sänger Udo Jürgens. Es gibt Fotoalben, Mobiliar wie Schenks Fernsehsessel samt Fußhocker, Schmuck, der kiloweise abgegeben wird, Lampen, Schiffs-Steuerräder, sieben englische Ausgaben des Playboy aus den 1960er-Jahren, eine Dröppelminna, eine Kaffeekanne mit drei Beinen und einem Zapfhahn, eine Sauna, ein Solarium, Kleidungsstücke, Briefmarken und vieles vieles mehr.

„Schenk hat sehr auf seine Frau bezogen gelebt“, sagt Niederauer. In seinem Nachlass seien viele Fotos von Gerti zu finden. Darüberhinaus sei Schenk ein großer Sammler gewesen, der vor allem alles rund um den Blauen Bock aufbewahrt habe, aber der sich auch für Technik begeisterte. „Er war ein echter Analog- und Digitalfreak. “ Mehr als 6000 DVDs und VHS-Kassetten habe er angesammelt, dazu viele technische Geräte. Und darüber hinaus Uhren. Mehr als 200 zum Teil wertvolle Stücke werden am 20. August versteigert.

Die ersten Angebote hat Niederauer bereits erhalten, von Bietern unter anderem aus Luxemburg, Italien, Russland und der Schweiz. Das Interesse sei riesig, vor allem an den Bembel. „Da ist die Nachfrage so groß, dass wir sie nicht befriedigen können.“ Wie viele Menschen jedoch an diesem Tag selbst in das beschauliche Naurod kommen, könne er nicht abschätzen. „Wir sind bei einigen in House Versteigerungen schon überrannt worden, bei einigen waren jedoch lediglich 100 bis 200 Menschen da.“

Für wen Niederauer bereits Dinge versteigert hat, dazu will er sich nicht äußern. Er spricht von Prominenten, Industriellen und Adeligen. „Über die Versteigerung in Naurod dürfen wir sprechen, weil sie einem guten Zweck dient“, sagt der Auktionator. Das freue ihn sehr. Das Geld geht wie Schenk es wollte an die Heinz-Schenk-Stiftung, die Nachwuchskünstler fördern soll. Wie viel Geld zusammenkommen könnte, das ist laut Niederauer offen. Man habe ein Anfangslimit festgesetzt, das für alles bei etwa 60 000 Euro liege.

Etwa sieben Stunden soll die Versteigerung dauern, bis alle 900 Posten an den Mann beziehungsweise die Frau gebracht sind. Dann ist der Nachlass des berühmten Entertainers in Wiesbaden aufgelöst, an dem die Stadt Wiesbaden kein Interesse gezeigt hatte, weil in Schenks Vita der deutliche Bezug zur hessischen Landeshauptstadt fehle.

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