Sand, Wasser, Sonne: Alles, was Menschen glücklich macht.
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Sand, Wasser, Sonne: Alles, was Menschen glücklich macht.

Wasserspielplätze

Beim Pumpen darf der Papa ran

Sie scheint, die Sonne. Endlich! In der noch ganz ungewohnten Hitze ist Abkühlung sehr gefragt. Dafür gibt es in Wiesbaden eine ganze Latte von Wasserspielplätzen. Manche klein und versteckt, andere ganz groß und zentral. Wir stellen sie vor.

Von Eva Marie Stegmann

Zwischen einer Hand voll kreischender, lachender und vor Vergnügen quietschender Kleinkinder steht Sepp vor der Wasserpumpe am Spielplatz „Grilli“ in der Grillparzerstraße. Sepp ist sauer, denn obwohl der Dreijährige schon ein paarmal an der blechernen Pumpe gerüttelt hat, kam nicht mal ein Rinnsaal rausgelaufen, von sprudelndem Nass ganz zu schweigen. „Papa“, ruft er, „Papa, mach mal was.“ Dabei rutscht seine Unterlippe immer tiefer.

„Zeig doch mal“, sagt Sepps Mutter, die gerade noch damit beschäftigt war, das Kletter-Dreh-Gerät, auf dem ihre ältere Tochter Nadja steht, unter „Hui“-Rufen zu drehen, und streichelt dem Blondschopf übers Haar. „Nein“, Sepp stampft mit dem Fuß auf, „der Papa soll!“ Von weiter weg, dort, wo die Holzbänke unter hohen, Schatten spendenden Bäumen stehen, hört man das Seufzen eines Mannes. Er legt sein Buch weg, „Buddenbrooks“ von Thomas Mann, und stapft gen Sepp und Pumpe. Eigentlich wollte er die Ruhe auf dem leicht abgelegenen Spielplatz genießen.

Ein paar Kilometer weiter im Freizeitpark am Alten Friedhof: Die siebenjährige Irina und ihr Zwillingsbruder Gerold sind vollkonzentriert dabei, einander mit kleinen, grünen Plastikgießkännchen nass zu machen. Mehr als zwei Dutzend Kinder, kleine und große, sind an diesem Tag auf dem weitläufigen Gelände unterwegs. Ob Tierpark oder Trampolin, ob brutzeln auf den zahlreichen Grillplätzen, Skaten, Bolzen oder einfach nur auf der Wiese liegen – hier ist für alle was dabei.

„Ich finde es schön, hier zu picknicken und den Kindern zuzusehen“, sagt Louise Krämer. Die 64-Jährige sitzt auf einer der Bänke ein Stück abseits des Treibens am Spielplatz. Sie geht schon seit Jahrzehnten an diesen Ort. „Besonders faszinierten mich immer die alten Grabdenkmäler und Familiengrüfte“, schwärmt sie. Sie lächelt, dann richtet sich ihr Blick auf die kleinen Jungen und Mädchen. Gerold hat Irinas gelbes T-Shirt gerade mit Matsch eingesaut. „Das sind übrigens meine Enkel. Seitdem es hier so schön ist, kommen sie regelmäßig mit mir mit.“ Bewegung für die Enkel, Ruhe für die Oma.

Ganz anders sieht es am „Grilli“ mittlerweile aus. Nachdem der Papa von Sepp die Wasserpumpe für den Sohn zum Laufen gebracht hat, sind die „Buddenbrooks“ vergessen. Stattdessen pumpen Vater, Sohn und Tochter um die Wette. „Das geht jetzt schon eine Stunde so, eigentlich wollten wir los“, sagt Sepps Mama, die leicht genervt am Rand steht. Sie seufzt, schüttelt den Kopf und fängt an zu lachen: „Meine drei Kleinkinder.“

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