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Beck-Preis wird geteilt

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Nach dem Widerstandskämpfer Ludwig Beck hat die Stadt Wiesbaden ihren Preis für Zivilcourage benannt.
Nach dem Widerstandskämpfer Ludwig Beck hat die Stadt Wiesbaden ihren Preis für Zivilcourage benannt. © dpa

Eine internationale Auszeichnung für Menschen mit Zivilcourage und dazu ein Bürgermut-Preis für Wiesbadener - so will die Stadt Wiesbaden den Beck-Preis retten.

Der nach dem in Biebrich geborenen NS-Widerstandskämpfer Ludwig Beck bezeichnete Preis für Zivilcourage wird zweigeteilt. Das hat der Magistrat am Dienstag beschlossen. Die Rathausspitze folgte damit einem Vorschlag des Auswahlgremiums, des Ausschusses für Bürgerbeteiligung und einer Expertenrunde.

Künftig werde mindestens alle zwei Jahre ein Wiesbadener für Bürgermut und beherztes Eingreifen mit 2500 Euro geehrt, sagte Oberbürgermeister Helmut Müller (CDU). Da dieser Preis dann der Rettungsmedaille gleichkomme, heißt er dann aber nicht mehr Beck-Preis, sondern "Preis für Zivilcourage der Landeshauptstadt Wiesbaden". Der Name des Widerstandskämpfers sei zu groß für eine vergleichsweise einfache Lebensrettung. Damit reagierte der Magistrat auf den Spott, den ihr die bisherigen Beck-Preisträger einbrachten. Deren Taten standen mit einer Ausnahme in keinem Verhältnis zu den Taten des Generalobersts Beck, der Hitlers Ermordung geplant und am 20. Juli 1944 sein Leben für den Widerstand gegen den Tyrannen geopfert hatte.

Alle zwei Jahre oder seltener will die Stadt daher zudem einen Beck-Preis für echte Zivilcourage ausloben. Das Preisgeld liegt bei 10000 Euro, Bewerber müssen keinen Bezug zu Wiesbaden haben, sondern werden weltweit gesucht. "Das muss jemand sein, der sich gegen den Mainstream stemmt ohne Rücksicht auf persönliche Nachteile", so Müller. Beim internationalen Beck-Preis hängt die Latte demnach wesentlich höher als beim Bürgermut-Preis. Müller hat die russische Journalistin vor Augen, die wegen ihrer regierungskritischen Artikel sogar ermordet worden war.

Große Taten

Mit dieser Teilung des Beck-Preises behält die Stadt den lokalen Bezug, würdigt aber künftig nicht nur Lebensretter, sondern auch Menschen, die mit ihren Taten tatsächlich dem großen Namen des Widerstandskämpfers gerecht werden. OB Müller hatte den Preis im vergangenen Jahr ausgesetzt, weil es an passenden Taten von Wiesbadenern mangelte.

Nach einer Expertenrunde, an der unter anderem der Militärhistoriker Sönke Neitzel teilnahm, wurden die Vergabekriterien überarbeitet und international ausgeweitet.

Im kommenden Jahr sollen beide Preise ausgelobt werden. Wenn sich international kein Beck-Preisträger finde, werde dieser ausgesetzt, sagte Müller. Im Gegensatz zum Bürgermut-Preis: Dieser solle mindestens alle zwei Jahre vergeben werden.

Die Jury wählt beide Preisträger aus. Ihr gehören 17 Mitglieder an. Neben Oberbürgermeister Müller sind das unter anderem Vertreter von Polizei, den beiden christlichen Kirchen sowie der jüdischen Gemeinde, Gewerkschaften und Schulen. (byb)

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