Hofft auf gutes Wetter und viele Gäste: Ilyias Mert.
+
Hofft auf gutes Wetter und viele Gäste: Ilyias Mert.

Von der Beachbar ins Lufti

Ilyias Mert ist der neue Pächter im Luft- und Sonnenbad

Ilyias Mert ist kein Mann der großen Worte, er tut lieber etwas. Seit März ist der 43-Jährige Pächter des Kiosks im Luft- und Sonnenbad unter den Eichen. Fast wäre der Wiesbadener in der Türkei hängengeblieben. In Bodrum hatte er drei Jahre lang eine Beachbar betrieben, was auch ganz gut lief, bis er erfuhr, dass eine Großbaustelle ihm das Geschäft vermiesen sollte. Auch seine Lebensgefährtin war ihm nicht gefolgt, so dass er schließlich in die Heimat zurückkehrte.

Als er sah, dass ein Pächter fürs Lufti gesucht wurde, erinnerte er sich an die schönen Stunden, die er früher auf dem Freizeitgelände verbracht hatte, erzählt er. „Eigentlich wollte ich aus Wiesbaden raus. Jetzt bin ich ganz draußen“, sagt er, lacht und zeigt gen Himmel. Nicht immer arbeitete der Wiesbadener mit türkischen Wurzeln in der Gastronomie. Er hat eine Ausbildung zum Raumausstatter und eine zum kaufmännischen Angestellten gemacht. War jahrelang selbstständig, übernahm Aufträge unter anderem in Frankreich und Mallorca, bevor er die Nase voll hatte. „Ich war fast ausgebrannt, wollte dringend eine Auszeit. Und dann landete ich in der Gastronomie.“

Im Flammkuchenrestaurant seiner Lebensgefährtin arbeitete er mit, bis er das Angebot in der Türkei entdeckte. „Ich flog runter und kam mit dem Pachtvertrag zurück.“ Eine harte Zeit begann, ein Kampf gegen die Bürokratie. Zermürbt hat sie Mert nicht. Zäh sei er, sagt er. Und das ist wohl eine der wichtigsten Eigenschaften, die der Pächter des Lufti haben sollte. Denn die Besucherzahlen lassen zu wünschen übrig.

Nur etwa 10000 Gäste jährlich verbringen laut dem Betreiber, der Bädergesellschaft Mattiaqua, ihre Zeit dort. Und auch das Wetter hat noch nicht so mitgespielt, wie es sich Mert erhofft hatte. „Aber warum sollte mich das abschrecken? Es gibt viel zu tun, und es geht immer vorwärts“, sagt er.

Unterstützungerhält er von seiner Mutter, die in der Küche hilft. Und die ihn das nächste Mal hoffentlich daran erinnert, Eis zu kaufen. „Am ersten Tag kamen 40 Kinder und ich hatte kein Eis. Ich habe sie mit Apfelschorle bestochen. Aber jetzt weiß ich: Habe ich kein Eis, gibt’s einen Kinderaufstand.“ (uf.)

Das Lufti ist von 11 bis 20 Uhr, von Juni bis August ab 9 Uhr offen. Eintritt: Kinder 50 Cent, Erwachsene 2 Euro.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare