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Wiesbaden

Bau von Stromtrasse sorgt in Wiesbaden für Unmut

  • VonDiana Unkart
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Politiker und Grundstückseigentümer in Wiesbaden kritisieren, dass die Öffentlichkeit erst jetzt von den Plänen erfährt.

Im Wiesbadener Osten soll eine etwa sechs Kilometer lange Hochspannungsleitung gebaut werden. Der Netzausbau sei notwendig, weil der Energiebedarf steige und die Versorgung der Stadt und des Rheingaus sichergestellt sein solle, informiert Netzbetreiber Syna in einer Projektskizze auf seiner Homepage. Der Trassenbau sorgt für einigen Unmut, vor allem weil die Öffentlichkeit erst jetzt von dem Vorhaben erfährt, die Stadt aber schon 2019 von den Plänen wusste.

Wiesbaden verfügt aktuell über nur einen Verbindungspunkt zum Übertragungsnetz. Über dieses Netz werden große Mengen Strom von den Kraftwerken oder Stromerzeugungsanlagen über weite Strecken transportiert. Um einen Ausfall kompensieren zu können, soll die Stadt zunächst über drei, später über vier Anschlüsse angebunden werden. Dafür kooperieren die beiden Unternehmen Syna und Sw-Netz, eine Tochter des kommunalen Unternehmens Eswe-Versorgung. Sie wollen ihre getrennten Netze an einigen Stellen zusammenschließen. Die neue Hochspannungstrasse soll gebaut werden, um das Syna-Netz im Stadtteil Medenbach mit dem von Sw-Netz im Stadtteil Bierstadt zu verbinden.

Bislang ist vorgesehen, die Leitungen über 21 Masten zu führen, die etwa 35 Meter hoch sein sollen. Die Trasse verliefe weitgehend über landwirtschaftlich genutzte Flächen und nach Syna-Angaben mindestens 300 Meter von der Wohnbebauung entfernt. Die Landwirte, deren Betriebe beeinträchtigt sein würden, sollten entschädigt werden. Bei Fragen zur Enteignung verweist das Unternehmen auf entsprechende Paragrafen im Energiewirtschaftsgesetz, die diese Möglichkeit vorsehen. Der Bau soll im Sommer des kommenden Jahres, das Genehmigungsverfahren im Juli dieses Jahres beginnen.

„Das ist gewiss ein wichtiges Projekt für die Region“, sagt Manuel Köhler, baupolitischer Sprecher der CDU-Rathausfraktion. Die Öffentlichkeit, die Ortsbeiräte und die Grundstückseigentümer seien allerdings viel zu spät in die Planungen einbezogen worden. „Die Kommunikation ist bis heute spärlich.“ CDU, Grüne, SPD und FDP haben im Bauausschuss deshalb einen gemeinsamen Antrag gestellt. Darin heißt es, bereits im Oktober 2019 hätten Sw-Netz und Syna der Stadt ein Konzept vorgestellt, dass dazu dienen solle, die Versorgungssicherheit in Wiesbaden und im Rheingau zu erhöhen. Die geplante Trasse sei Teil dieses Projekts. „Es bleibt offen, weshalb die Wiesbadener Öffentlichkeit erst im Mai 2021 über dieses Vorhaben informiert wurde, obwohl es erheblich in die Bezirke des Wiesbadener Ostens eingreift.“

Netzbetreiber Syna erklärt hingegen, die Öffentlichkeit rechtzeitig informiert zu haben. „Hauptansprechpartner sind die zuständigen Behörden und die unmittelbar betroffenen Personen. Die zuständigen Behörden haben wir seit 2019 über unsere Pläne informiert.“

Die Ausschussmitglieder verlangen vom Magistrat nun Antworten, wer in der Stadtverwaltung wann eingebunden war, wie die Vorabstimmung ausgesehen hat, wann Ortsbeiräte und Grundstückseigentümer:innen unterrichtet wurden. Außerdem wollen sie wissen, ob gesundheitliche Risiken bestehen und welche Auswirkungen eine Erdverkabelung im Vergleich zu einer überirdisch geführten Trasse in Bezug auf Flächenbedarf, Eingriffe in die Natur, Kosten und Strahlenbelastung hätte.

Derzeit veranstaltet Syna Bürgerforen zu dem Projekt. Zum jetzigen Zeitpunkt, teilt das Unternehmen mit, liege eine konkrete Vorplanung vor. Entschieden sei noch nichts. Alle Beteiligten hätten die Möglichkeit, Anregungen einzubringen.

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