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Wiesbaden

AWO Wiesbaden: Sozialdezernent im Verdacht der Scheinbeschäftigung

  • Madeleine Reckmann
    vonMadeleine Reckmann
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Stadtverordnete verlangen Klarheit über frühere Beschäftigung von Christoph Manjura bei der AWO

Ob Sozialdezernent Christoph Manjura (SPD) in seiner Zeit als Stadtverordneter bei der Wiesbadener Arbeiterwohlfahrt (AWO) ein Scheinarbeitsverhältnis hatte, diese Frage ist für die Mitglieder des städtischen Revisionsausschusses noch nicht beantwortet. Die Fragen von CDU, FDP und Bürgerliste Wiesbaden an den Magistrat und die Arbeiterwohlfahrt wurden ihrer Meinung nach nicht ausreichend beantwortet. Manjura konnte in der Revisionsausschusssitzung keine weiteren Informationen beisteuern, weil er sich wegen eines Krankheitsfalls in der Familie entschuldigt hatte. Jetzt verlangen die Stadtverordneten von Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) Aufklärung.

Gab es eine Stellenbeschreibung? Wurde seine Arbeitszeit erfasst? Existieren schriftliche Belege dafür, dass er etwas gearbeitet hat? Es sind Fragen wie diese, die die Stadtverordneten gerne beantwortet hätten. Manjura war von 2015 bis 2017 persönlicher Referent der damaligen AWO-Geschäftsführerin Hannelore Richter. Er gerät jetzt ins Visier, da er schon lange vor den aktuellen AWO-Skandalen freimütig eingestanden hatte, dass ihn kein anderer Arbeitgeber außer der AWO eingestellt hätte. Schließlich habe er freie Zeit für sein politisches Engagement bei der SPD benötigt. Nachdem in den Kreisverbänden Frankfurt und Wiesbaden die Affären um überhöhte Gehälter, teure Dienstwagen und einige Scheinarbeitsverhältnisse bekannt wurden, fragt man sich in Wiesbaden nun, ob auch Manjura zu denen gehörte, die kassierten, ohne zu arbeiten. Im November 2020 hatte sich Manjura allerdings schon den Fragen der Stadtverordneten gestellt und erklärt, dass kein Scheinarbeitsverhältnis vorgelegen habe. Als Arbeitsbeleg nannte er ein Konzept für ein Altenpflegeheim.

Angefeuert wird die Debatte darüber hinaus durch ein Paket von Briefen und Gesprächen per Mail und Messenger-Diensten zwischen unterschiedlichen Akteuren der AWO und anderen aus den Jahren 2012 bis 2020, das kürzlich verschiedenen Medien, auch der FR, anonym zugeschickt wurde. Den Sachverhalt von Stichproben des Materials stuft die FR nach Prüfung als unzutreffend ein. Die Stadtverordneten sind jedoch beunruhigt und verlangen Klärung.

„Es gibt keine echte Transparenz, der Stadtrat und die AWO blockieren“, beschwert sich CDU-Stadtverordneter Manuel Denzer. Daher müsse dringend „eine externe Aufklärung erfolgen“. Für den FDP-Stadtverordneten Alexander Winkelmann stehen die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen von Stadtregierung und AWO auf dem Spiel.

Mende verweist darauf, dass er als Oberbürgermeister AWO und Dezernenten nicht zu Antworten zwingen könne, sondern sich „auf sicherer Rechtsgrundlage“ bewegen müsse. Auf Antrag der CDU soll sich nun der Magistrat mit weiteren Fragen zu Manjura beschäftigen und die AWO auffordern, ihre Compliance-Regeln der Betriebsführung offenzulegen.

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