AWO-Wiesbaden

AWO-Wiesbaden: Gehalt ohne Gegenleistung

  • schließen

Bei der AWO in Wiesbaden wird ein weiterer möglicher Skandal bekannt. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft prüft eine anonyme Strafanzeige.

In Wiesbaden ist gerade ein neuer möglicher Skandal der Arbeiterwohlfahrt bekannt geworden. Eine junge Frau soll ohne Gegenleistung einige Jahre mehrere Tausend Euro im Monat erhalten haben. Wie die Frankfurter Staatsanwalt bestätigt, werde gerade im Zusammenhang mit dem gesamten AWO-Komplex eine anonyme Strafanzeige entsprechenden Inhalts überprüft. Zunächst hatte der „Wiesbadener Kurier“ (WK) berichtet.

Den Recherchen des Wiesbadener AWO-Vorsitzenden Wolfgang Hessenauer zufolge wurde die Frau von Februar 2017 bis Dezember 2019 mit 3400 Euro im Monat auf der Gehaltsliste geführt. Der Arbeitsvertrag nenne die Betreuung von Flüchtlingen in einem Frankfurter Flüchtlingsheim. Die wegen überzogener Gehälter in der Kritik stehende frühere Wiesbadener AWO-Vorsitzende Hannelore Richter, als Sonderbeauftragte mit der Flüchtlingsarbeit betraut, sagte dem „WK“, die Frau habe sie als Ethnologin fachlich unterstützt. Über deren Arbeitsleistung ist hingegen laut Hessenauer nichts niedergelegt.

In Frankfurt ist sie unbekannt. Johannes Frass, Sprecher der Frankfurter AWO, teilt mit, dass die ehemalige Leiterin des betreffenden Flüchtlingsheims von keiner Arbeitsleistung der Frau weiß. Auch Petra Rossbrey, neue Vorsitzende der Frankfurter AWO, gibt an, nach intensiver Suche keine Dokumente über einen Arbeitsnachweis der Frau gefunden zu haben.

Von Madeleine Reckmann

Als Konsequenz aus der AWO-Affäre hat der CDU-Stadtverordnete aus Wiesbaden, Wolfgang Gores, sein Amt niedergelegt. Auch in Frankfurt schlägt der Skandal weiter Wellen: Der Ex-Geschäftsführer der Frankfurter AWO klagt gegen seine Entlassung

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare