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Austoben auf der Winterwiese

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Von: Arne Löffel

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Bei schlechtem Wetter können die Kinder drinnen spielen.
Bei schlechtem Wetter können die Kinder drinnen spielen. © Michael Schick

Ferienkinder können im und am Schlachthof Kreativität und Geschick erproben. Das Wiesbadener Jugendamt hat für die dritte Winterwiese wieder ein Mitmach-Programm für Kinder auf die Beine gestellt. Tageskarten können noch für 13 Euro am Schlachthof erworben werden.

Dünner Sprühregen tränkt bei drei Grad Lufttemperatur die Wiese am Kulturpark ohne Unterlass, tapfer tuckert eine kleine Dampfeisenbahn durch das triste Grau des deutschen Winters. Wie gut, dass sich die „Winterwiese“, das Ferienangebot des Wiesbadener Jugendamts, nicht nur auf diese tratschnasse, matschige Wiese beschränkt.

Seit dem gestrigen Montag können sich rund 500 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren wieder bis Freitag am – und bei dem Suddelwetter – vor allem im Schlachthof, dem Kesselhaus und der benachbarten Skateboard-Halle austoben.

Das Wiesbadener Jugendamt hat für diese dritte Winterwiese wieder alle Kräfte vereint und ein Mitmach-Programm für Kinder auf die Beine gestellt. Markus Filke vom Amt für Soziale Arbeit, bei dem das Jugendamt angedockt ist, schaut zufrieden in das Gewusel, das sich da in der Schlachthof-Halle abspielt.

Auf der einen Seite wird an einer Kletterwand die eigene Kraft erprobt, auf der anderen Seite werfen sich Kinder in die wildesten Verkleidungen, in der Mitte der Halle wird an vielen Stationen gebastelt, gemalt und gestaltet. „Einige Kunstwerke hängen bereits an den Wänden“, sagt Filke bei einem Rundgang über das Gelände.

„Die Kinder können hier ganz spontan und selbst entscheiden, wie sie den Tag verbringen wollen“, erklärt Filke. Er berichtet, dass manche Kinder schon morgens in die Skateboard-Halle stürmen, andere erst dies, dann das, dann jenes ausprobieren. „Neu im Programm ist zum Beispiel eine Winterwiesen-Zeitung, die unsere Aktivitäten dokumentiert.“

Große Vorführung am Ende

Aber auch das Körperliche kommt nicht zu kurz, schließlich sollen sich die Kinder ja austoben, während viele der Eltern wieder arbeiten müssen. Aus diesem Grund wurde das Programm mit durchgehender Betreuung von 9 bis 16 Uhr für die letzte Ferienwoche ins Leben gerufen. Jeder Tag endet mit einer großen Vorführung inklusive kindgerechter Live-Musik in der großen Halle.

Hier sind auch die Ergebnisse der Zirkus-Gruppe zu sehen. Die Kinder erlernen unter Anleitung des Wiesbadener Kinder-Zirkus Tricks und Kunststücke wie Einradfahren und Tellerjonglage. „Wir haben einige Kinder, die schon Tricks können, andere wiederum entwickeln sich hier zu kleinen Artisten“, berichtet Filke. Andere wiederum stellen das Einrad gleich wieder in die Ecke.

16 pädagogische Fachkräfte, 25 Referenten und sechs Schlachthof-Mitarbeiter kümmern sich laut Boris Seel vom Wiesbadener Jugendamt um die Kinder, unter anderem auch als Lotsen, die den Kindern den sicheren Weg über die Straße zur benachbarten Skatehalle und zum Kinosaal in der Kulturfabrik weisen. 34 000 Euro lässt sich das Jugendamt diese Rundum-Betreuung kosten.

Wie lange es das umfassende Angebot noch geben wird, ist angesichts der Haushaltskürzungen im Sozialbereich ungewiss. Die ehrenamtliche Stadträtin Gaby Wolf (SPD) berichtet in Vertretung des Dezernenten Arno Goßmann (SPD), dass die Planung der Osterwiese bereits abgeschlossen sei und in vollem Umfang angeboten werde. Ob die Sommerwiese wie gewohnt auf der Reisinger-Anlage stattfinden kann, ist laut Wolf noch nicht klar und hänge „von Schwerpunktsetzungen im Dezernat“ ab – und vom Ausgang der Kommunalwahl. Nicht in allen Fraktionen habe die Jugendarbeit einen so hohen Stellenwert wie bei den Sozialdemokraten, so Wolf.

Tageskarten können für 13 Euro am Schlachthof erworben werden.

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