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Aus für den Ball des Sports in Wiesbaden

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Von: Madeleine Reckmann

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Für den Ball des Sports wurden stets großartige Kulissen aufgebaut.
Für den Ball des Sports wurden stets großartige Kulissen aufgebaut. © Monika Müller

Magistrat streicht die Subventionen. Welche andere Stadt Gastgeber wird, entscheidet sich Ende April.

Die Appelle des Deutschen Gaststättenverbands, den Ball des Sports weiterhin finanziell zu unterstützen, haben nichts bewirkt. Der Magistrat der Landeshauptstadt hat sich am Dienstag dagegen entschieden, weiterhin Geld für den Ball des Sports auszugeben. Dies könnte heißen, dass 2023 Europas erfolgreichste Benefizveranstaltung mit annähernd 2000 Gästen in einer anderen Stadt stattfinden wird.

25 mal in seiner 50-jährigen Geschichte wurde das von Reitlegende Josef Neckermann gegründete Sport-Event in Wiesbaden ausgerichtet, zuletzt im neuen Rhein-Main-Congress-Center (RMCC) 2020. Nun ist wahrscheinlich Schluss. Der Rathausmehrheit von Bündnisgrünen, SPD, Linken und Volt waren die glanzvollen Auftritte von Personen aus dem Spitzensport, der Wirtschaftselite und der Politik zu teuer. Sie hatten im Herbst den städtischen Zuschuss von 387 000 Euro gestrichen, weil sie lieber Projekte, von denen mehr Menschen profitieren, davon bezahlen möchten. Jetzt ist der Vorschlag von Bürgermeister Oliver Franz (CDU), 248 000 Euro aus eigenen Budgetmitteln zu gewähren, im Magistrat durchgefallen. Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) hat nicht mit der Magistratsmehrheit abgestimmt. „Der Ball des Sports ist eine Flaggschiff-Veranstaltung für die Landeshauptstadt und ein Aushängeschild für die Leistungsfähigkeit des RMCC. Seine positive Wirkung ist nicht in Euro und Cent auszurechnen“, bedauert Mende. Damit macht er nach städtischen Angaben von seinem Recht Gebrauch, eine von der Auffassung des Gemeindevorstands abweichende Meinung zu vertreten. Der Stiftung Deutsche Sporthilfe, die den Ball des Sports ausrichtet, liegen aktuell Bewerbungen verschiedener Städte vor, auch Frankfurt soll darunter sein. „Es sind gute und professionelle Bewerbungen dabei“, sagt Sprecher Florian Dubbel.

Ende April soll die Entscheidung fallen, welche Stadt ausgewählt wird. Auf die Frage, ob Wiesbaden auch ohne städtischen Zuschuss eine Chance habe, wollte sich Dubbel nicht äußern. Denn unabhängig von dem Geld aus dem kommunalen Haushalt hätte der Ball 200 000 Euro aus den Gewinnen der Wiesbadener Spielbank erhalten. Die 400 000 Euro von Lotto Hessen sind dagegen nicht an den Austragungsort Wiesbaden gebunden, wie die Mitteilung der Stadt und auch die Vorlage des Bürgermeisters es vermuten lassen. Eine Sprecherin von Lotto Hessen versichert, dass die einzige Bedingung sei, dass der Ball des Sports in Hessen stattfindet. In dieser Höhe unterstütze Lotto Hessen seit vielen Jahren den Ball.

Die Volt-Fraktion kritisiert die nicht korrekte Sitzungsvorlage aus dem Wirtschaftsdezernat, laut der es das Sponsorengeld von Lotto Hessen nur für die Austragung in Wiesbaden gebe. FDP und CDU toben wegen des Beschlusses, gehen allerdings davon aus, dass die Bürgermeister-Vorlage korrekt ist. FDP-Frakionschef Christian Diers spricht von „persönlichen Rachefeldzügen“ der Rathausmehrheit. CDU-Fraktionschefin Daniela Georgi bedauert, dass trotz der guten wirtschaftlichen Effekte auf Hotels und Gaststätten gegen Ball entschieden wurde.

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