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Aukammtalklinik wird erweitert

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Von: Ute Fiedler

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Die Aukammtalklinik wird erweitert - doch angebaut werden muss nicht.
Die Aukammtalklinik wird erweitert - doch angebaut werden muss nicht. © Martin Weis

Die Median-Gruppe will den Standort Wiesbaden stärken: Geplant ist eine neue Kardiologie mit über 100 Betten. Die Arbeiten an der Median-Premium-Station, einer Art VIP-Bereich, laufen derweil auf Hochtouren.

Noch im vergangenen Jahr hatte die Gerüchteküche im Aukammtal heftig gebrodelt: Nach einigen Entlassungen (die FR berichtete) mutmaßten Betriebsrat und Mitarbeiter, die Aukammtalklinik solle verkauft werden. Auch das Einrichten einer Median-Premium-Station wertete man als Signal für einen bevorstehenden Verkauf. Nun teilt der Median-Konzern mit, den Standort Wiesbaden stärken und ausbauen zu wollen.

Zum 1. Juli soll eine Kardiologie entstehen, die der Konzern in der Landeshauptstadt neu aufbauen will. Diese werde 100 Betten umfassen, sagt Median-Sprecher Volker Koop auf Anfrage. Die Entscheidung, eine Kardiologie an der Aukammtalklinik einzurichten, war gefallen, als die Leitung sich entschloss, den Standort Bad Schwalbach aufzugeben. „Dort wird die Kardiologie zum 30. Juni schließen. Alle anderen Abteilungen im Frühjahr 2015“.

Koop zufolge habe es keinen Sinn mehr ergeben, in die Klinik in Bad Schwalbach zu investieren. Dort sei vieles vernachlässigt worden. Mehr als acht Millionen Euro hätten zunächst einmal in die Instandsetzung investiert werden müssen, sagt der Unternehmenssprecher. Das hätte der Konzern nicht stemmen können.

Zahlen, wie teuer der Aufbau der Kardiologie in Wiesbaden werden wird, will Koop nicht nennen. Aber da in den vergangenen Jahren an diesem Standort investiert worden sei und das Gebäude an der Leibnizstraße die Kapazitäten für eine neue Abteilung aufweise, könne man davon ausgehen, dass es sich um keine großen Summen handele.

Darüber, dass sich der Ausbau lohnt, sind sich die Verantwortlichen einig. „Wiesbaden ist ein sehr attraktiver Standort mit einem großen Einzugsgebiet.“ Und bekannterweise beliebt bei Menschen mit vollem Portemonnaie.

Derzeit laufen die Arbeiten an der Median-Premium-Station, einer Art VIP-Bereich, auf Hochtouren. Im April soll sie eröffnet werden. Koop zufolge sind dort die Zimmer – 23 wird es dort geben, 20 sind bereits in der NRZ Klinik in Betrieb – größer und edler eingerichtet. Als Klientel will das Unternehmen vor allem Privatpatienten und finanzstarke Patienten aus dem Ausland gewinnen. „Aber dieser Bereich steht auch allen anderen offen, die bereit sind einen Zuschlag zu bezahlen.“

In Berlin gebe es bereits eine solche Station. In allen anderen Kliniken solle peu à peu ein solcher Bereich entstehen, sagt Koop. Die Ängste, die die Wiesbadener Mitarbeiter im vergangenen Jahr geäußert hätten, seien unbegründet gewesen. „Statt die Klinik zu schließen, wird sie nun ausgebaut.“ Und auch in der Tariffrage tue sich etwas. Laut Koop beginnen in den kommenden Wochen Sondierungsgespräche mit Verdi.

Für die Bad Schwalbacher Mitarbeiter werde derzeit nach Lösungen gesucht. „Wir haben eine interne Jobbörse eingerichtet, bei der diese Mitarbeiter bevorzugt behandelt werden“, sagt der Unternehmenssprecher.

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