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Aukammresidenz sucht Investoren

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Seit knapp vier Jahren steht die Klinik am Bingert im Aukammtal leer – und noch immer ist nicht sicher, ob aus der dort geplanten Aukammresidenz etwas wird. Das Seniorenzentrum soll 30 Millionen Euro kosten.

Von Sabine Müller

Baubeginn für das Seniorenheim mit Geriatrie sollte eigentlich 2009 sein. So hatte es Investor Wilfried Pritzlaff angekündigt, der Anfang 2007 die insolvente Klinik mit 25?000 Quadratmeter Grundstück gekauft hatte.

Jetzt – das heißt nach der Bankenkrise – ist Pritzlaff nicht mehr sicher, ob die Aukammresidenz überhaupt gebaut wird. „Wir sind am Überlegen“, sagt er auf FR-Nachfrage. Tot sei das Projekt aber nicht. Er verhandele zurzeit mit Investoren, noch sei alles möglich: „Es ist noch keine Entscheidung gefallen.“

Der Um- und Ausbau der alten Klinik am Bingert zur Aukammresidenz würde knapp 30 Millionen Euro kosten. Ein Mieter und Betreiber steht bereits fest: Die in Wiesbaden ansässige, gemeinnützige Gesellschaft Procon Seniorenzentren, die bereits zehn Häuser deutschlandweit unterhält.

Das Stadtplanungsamt hatte Ende 2008 nach längerem städtebaulichem Hin und Her eine Baugenehmigung für das Pflegeprojekt im Klinikviertel erteilt. Laut dem mit der Planung beauftragten Wiesbadener Architektenbüro Wilke fehle zurzeit aber noch eine Nachtragsbaugenehmigung.

Diese sei nötig, weil das Seniorenzentrum – anders als zunächst geplant – zusätzlich einen Bereich für Wachkomapatienten und eine große Demenzstation erhalten soll, so Architekt Hermann Wilke. Er ist aber sicher, dass die fehlende Genehmigung bald erteilt wird, das sei eine „Formalität“.

Pflege für Wachkomapatienten

Die gesamte Seniorenanlage mit Pflegebereich, Reharäumen, geriatrischer Klinik und Operationssälen werde nach der Fertigstellung über rund 500 Betten verfügen und stark medizinisch orientiert sein, so Wilke. Falls die Finanzierung sicher gestellt werden könne, entstehe damit im Aukammtal ein in Wiesbaden bislang einmaliges Pflegeangebot.

Die Klinik am Bingert müsste für den Bau der Aukammresidenz nicht abgerissen werden. Allerdings wird sie laut Wilke bis auf den Rohbau zurückgebaut und teilweise abgebrochen, um Neues hinzuzufügen. Die Haustechnik und medizintechnische Einrichtung wird nach dem Um- und Ausbau auf modernem Stand sein.

Die ehemalige Reha-Klinik am Bingert mit 250 Betten und 500 Mitarbeitern musste Anfang 2006 nach vorangegangener Insolvenz schließen.

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