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Auch Erstaufnahme füllt sich mit Leben

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Von: Arne Löffel

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Riesengroße Hilfsbereitschaft, hier beim Haare schneiden.
Riesengroße Hilfsbereitschaft, hier beim Haare schneiden. © dpa

Land belegt Haus in Kastel / Professionelle Hilfe in Notunterkünften / Kleiderspenden wieder angenommen.

Die neue Erstaufnahmestelle des Landes an der Peter-Sander-Straße im Wiesbadener Stadtteil Kastel soll schon am Dienstag die ersten Flüchtlinge beherbergen. Das bestätigt das Land Hessen auf Anfrage. Von bis zu 500 Personen ist die Rede. Die Erstaufnahmestelle ist genau genommen eine Außenstelle der zentralen Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen, operativ zuständig ist das dortige Regierungspräsidium. Die Landeshauptstadt Wiesbaden hat nichts mit der Belegung der Einrichtung zu tun.

Von der ersten Begehung durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landes bis zur Belegung sind nur gut zwei Wochen vergangen. Bisher verfügte Wiesbaden nicht über eine Erstaufnahmeeinrichtung, sondern nach eigenen Angaben „lediglich über Notunterkünfte für bis zu 1000 Flüchtlinge“.

Als Notunterkünfte dienen zurzeit die Sporthallen in den Stadtteilen Nordenstadt, Breckenheim und Auringen (Auringen derzeit nicht belegt) sowie die August-Hermann-Francke-Schule. Nachdem das Land Hessen der Stadt mitgeteilt hatte, dass sie die Notunterkünfte nicht nur einige Tage, sondern „bis auf weiteres“ vorzuhalten habe, sollen die Sporthallen bis Mitte Oktober soweit als möglich wieder dem Vereins- und Schulsport zur Verfügung stehen.

Bürgerversammlung für Montag geplant

Der Umzug von (Stand gestern) 419 Flüchtlingen aus den Sporthallen in Breckenheim und Nordenstadt ins Simeonhaus ist laut Stadtverwaltung für nächste und übernächste Woche vorgesehen. Im Zuge dessen ist für Montag, 12. Oktober, 20 Uhr, eine Bürgerversammlung geplant, bei der die Anwohnerinnen und Anwohner des Simeonhauses über die weiterführenden Pläne der Stadt informiert werden sollen. Ort des Geschehens ist das Forum Kohlheck in der Kohlheckstraße.

Auf dem Podium sollen Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD), der Ortsvorsteher des Stadtteils, Manfred Ernst (CDU), der Leiter der Wiesbadener Berufsfeuerwehr, Harald Müller, und der GWW-Geschäftsführer, Stefan Storz, die Bürger informieren.

Die wegen Überfüllung mehrere Tage geschlossene Annahme von Kleiderspenden ist derweil wieder angelaufen: Mit der Übernahme der Flüchtlingshilfe durch professionelle Organisationen ist die Spenden-Annahme in die Hoheit der DRK-Kleiderkammer an der Flachstraße gewechselt. Die Kleiderkammer hat rund um die Uhr ihre Annahme geöffnet. Kleidersäcke können auch nachts dort abgestellt werden.

Auch der Einsatz ehrenamtlicher Helfer wird nun von den Professionellen organisiert. Wer kurzfristig helfen möchte, kann dies auch in den Notunterkünften, die seit Mitte September in Wiesbaden eingerichtet wurden, tun: Dolmetscher oder Ärzte, die sich einen ehrenamtlichen Einsatz in den Einrichtungen vorstellen können, sollen ihr Hilfsangebot laut Stadtverwaltung über das DRK, Telefon 0611 / 468 71 05 erfassen lassen. Wenn die Einsatzkräfte ihre Hilfsgesuche melden, bringt die Koordinierungsstelle beides zusammen: Angebot und Nachfrage.

Wenn das DRK also die Nachricht von einer der Einsatzstellen bekommt, dass Helfer und Helferinnen gebraucht werden, werden die bereits angemeldeten Menschen telefonisch, beziehungsweise bei weniger dringenden Einsätzen per E-Mail, kontaktiert, bis der Bedarf gedeckt ist. „Dieses Vorgehen hat sich bewährt. So konnte vor Ort schon tolle Hilfe geleistet werden“, schreibt die Stadtverwaltung.

Langfristige Hilfe wird über die Internetseite www.wiesbaden.de koordiniert. Hier findet sich mit dem Suchwort „Flüchtlinge“ ein Online-Formular, mit dem sich Menschen anmelden und nach Kategorien geordnet ihre Hilfe anbieten können. Das Amt für Grundsicherung und Flüchtlinge der Stadt Wiesbaden arbeitet diese nach und nach ab.

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