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Ankermieter fürs Kureck gefunden

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Von: Arne Löffel

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Neuigkeiten zum Kureck: Die IFM Immobilien AG schließt einen Vertrag über 10 000 Quadratmeter mit einem offiziell unbekanntem Mieter ab.

Nach vier Jahren des Leerstands soll bereits im ersten Quartal 2017 wieder ein Mieter ins bis dahin zu sanierende Kureck einziehen. Das verkündet die Inhaberin IFM Immobilien AG aus Frankfurt per Ad-hoc-Mitteilung. Dem Vernehmen nach soll es das hessische Sozialministerium sein, das den Mietvertrag über immerhin 10 000 Quadratmeter abgeschlossen hat.

IFM-Sprecher Karlo Schwöbel betont im Gespräch mit der FR, dass mit dem Mieter bis Januar Stillschweigen vereinbart worden sei und dass er daher die Vermietung an einen bestimmten Kunden nicht bestätigen könne. Bekannt ist indes aus der Meldung, die auch auf der Website des Projektentwicklers zu lesen ist, dass der Mietvertrag eine Laufzeit von 20 Jahren haben soll.

Schwöbel erklärt, dass IFM mit der geheimnisumwobenen Meldung über einen ominösen, aber nicht kommunizierbaren Mieter dem Gesetz nachkomme. „Als Aktiengesellschaft sind wir verpflichtet, Geschäfte, die den Aktienkurs beeinflussen könnten, zu veröffentlichen“, sagt er. Mit der Ad-hoc-Meldung sei IFM dem Gebot nachgekommen, auch wenn der Mieter noch geheim ist.

Bevor der ominöse Mieter, also höchstwahrscheinlich das Sozialministerium, einziehen kann, müssen noch umfangreiche Bauarbeiten abgeschlossen werden. Das Ensemble, das sich seit 2007 im Besitz der IFM befindet, ist derzeit in einem desolaten Zustand.

Feuer und Zerstörung

Besonders das 19-stöckige, ehemalige R&V-Hochhaus ist vom Zahn der Zeit und zahllosen nächtlichen Besuchern schwer in Mitleidenschaft gezogen: Die Gebäudeöffnungen sind notdürftig mit Holz verschalt, immer wieder gibt es Fälle von Brandstiftung und Vandalismus. Die Stadt hatte IFM dazu aufgefordert, mit Wachdiensten für mehr Sicherheit zu sorgen, musste der Forderung sogar vor Gericht Nachdruck verleihen. Die von IFM freiwillig ergriffenen Sicherheitsvorkehrungen, so die Kritik der Stadt damals, reichten nicht aus, um wirklich für Sicherheit zu sorgen. Das Problem besteht bis zum heutigen Tag, wenn auch in abgeschwächter Ausprägung.

Wie das gesamte Kureck-Areal nach der Sanierung durch IFM aussehen soll, ist noch unklar. Laut Stadtplanungsdezernentin, Sigrid Möricke (SPD) will IFM im Ausschuss für Bauen, Planen und Verkehr am 3. Februar 2015 die aktuellen Pläne vorlegen. Dem voraus ging zum Teil heftige Kritik der Wiesbadener Kommunalpolitiker an den sich oftmals ändernden Plänen und der damit angeblich einhergehenden mangelnden Verlässlichkeit der IFM.

Der planungspolitische Sprecher der CDU im Rathaus und Chef des Bauausschusses, Hans-Martin Kessler, hatte Ende Oktober im Gespräch mit der FR massive Zeitverzögerungen bei der Sanierung befürchtet, da aufgrund der neuen IFM-Ideen der gesamte Bebauungsplan für das Areal geändert werden müsse.

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