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Vor dem Abriss: das American Arms Hotel.

Bauen in Wiesbaden

American Arms Hotel weicht Wohnungen

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Das American Arms Hotel in Wiesbaden wird abgerissen. Auf dem Gelände zwischen der Victoria- und Frankfurter Straße sollen auch geförderte Wohnungen entstehen.

Das American Arms Hotel ist demnächst Geschichte. In den kommenden Tagen wird eine Abrissfirma auf dem Gelände ihre Baustelle einrichten, um das in Form von zwei fünfeckigen Sternen entworfene Gebäude zunächst zu entkernen und anschließend abzureißen. 
Ist das Gelände in sechs bis acht Monaten frei, sollen darauf Wohnungen entstehen. Die kommunale Stadtentwicklungsgesellschaft SEG hatte das zwei Hektar große Areal zwischen der Victoria- und Frankfurter Straße im Sommer von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) erworben. Die Vereinigten Staaten von Amerika hatten das Hotel für Armeeangehörige vor einigen Jahren aufgegeben. 

Die Stadt hat nun die Chance, das Areal neu und ansprechend zu gestalten. Das American Arms Hotel war als hässlicher Koloss empfunden worden. In Laufnähe zur Innenstadt und zum Hauptbahnhof, zählt das Areal zu den Filetstücken in der Landeshauptstadt. Mit dem Namen „Kaiserhof“, der an das frühere Luxushotel Kaiserhof erinnert, wird die Exklusivität unterstrichen. 

Wiesbaden: Hochpreisige Eigentumswohnungen geplant

Die hervorragende Lage möchte die SEG ausnutzen und zu Geld machen. Der hintere, bis an die Augustastraße reichende Teil soll an einen oder zwei private Investoren verkauft werden. Es ist etwa die Hälfte der Gesamtfläche. „Wir stecken mitten im Verfahren“, sagt SEG-Geschäftsführer Roland Stöcklin. Vorgesehen sei dort der Bau hochpreisiger Eigentumswohnungen.

Der Erlös soll die 115 geförderten Wohnungen im vorderen, bis an die Frankfurter Straße reichenden Teil mitfinanzieren. Unter der Bedingung, dort geförderten Wohnungsbau zu erstellen, hatte die Bima zudem einen Preisnachlass von 25 000 Euro pro geförderter Wohnung auf den Kaufpreis gewährt. „Wir planen altengerechte Wohnungen für Einpersonenhaushalte und mit kleinem Einkommen“, so Stöcklin. Ein Verbrauchermarkt soll die Versorgung sichern. 

Wiesbaden: Keine Studentenwohnungen wegen hoher Preise

Die SEG wird Besitzer bleiben und die Wohnungen vermieten. „Wir sehen unseren Schwerpunkt im Bau geförderter Wohnungen, weil dies sonst niemand macht“, sagt Stöcklin. Von den Plänen, auf dem Gelände Studentenwohnungen zu bauen, hatte sich die SEG im vergangenen Jahr verabschiedet, weil der Bodenpreis stark gestiegen war. 

Das Quartier Kaiserhof soll das Frankfurter Architektenbüro Happ planen. Der Entwurf, der nach den Angaben des Büros an die Villen des 19. Jahrhunderts im Stadtgebiet anknüpft, war vom Gestaltungsbeirat gelobt worden. Drei mehrstöckige Wohnhäuser mit umlaufenden Balkonen gruppieren sich um einen Hof. 

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