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Robert Will (links) und sein Team haben eine Wellenliege für die Kita gebaut.
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Robert Will (links) und sein Team haben eine Wellenliege für die Kita gebaut.

Wiesbaden

Aktionswoche „Wiesbaden engagiert“ gestartet

  • Madeleine Reckmann
    VonMadeleine Reckmann
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In der Aktionswoche „Wiesbaden engagiert“ nehmen sich Unternehmen Zeit für soziale Arbeit. Die Stadt ist mächtig stolz auf das Projekt.

Robert Will steht im Garten des Norbert-Sieben-Kindergartens der Arbeiterwohlfahrt im Wiesbadener Stadtteil Kostheim und schneidet Holzlatten zurecht. Holz ist eigentlich nicht das Material, mit dem er gewöhnlich arbeitet. Will leitet das Unternehmen Will Bau und Bad mit 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ein Großhandel für Bäder, Heizungen und Metall. Für den Aktionstag von „Wiesbaden engagiert“ hat er seine private Holzschneidemaschine mitgebracht. Drei seiner Angestellten helfen, aus dem Holz eine Wellenliege für die Wohlfühloase der Kita und zwei niedrige Hochbeete zu zimmern. Will und sein Team beteiligen sich nicht das erste Mal an der Wiesbadener Aktion. Im letzten Jahr bauten sie eine Matschrutsche. „Es hat das letzte Mal Spaß gemacht, deshalb sind wir wieder dabei“, sagt Will.

Seit 2005 organisiert das Amt für soziale Arbeit die Aktionstage „Wiesbaden engagiert“, die Unternehmen und gemeinnützige Organisationen zusammenbringen soll, um das Gemeinwesen zu festigen. „Die Grundidee ist, dass Kinder und Jugendliche gut aufwachsen“, erklärt Projektmanagerin Corinna Bewersdorf. Inzwischen gebe es eine große Bandbreite von „Anpackprojekten“ aus allen möglichen Bereichen: Ökologie, Bildung, Seniorenarbeit. Das Muster ist immer das Gleiche: Unternehmen und Institutionen nehmen sich Zeit, um ehrenamtlich mit anderen Menschen Gutes zu tun. In dieser Aktionswoche, die gestern begann, säubern Mitarbeiter:innen des Sektherstellers Henkell das Schiersteiner Rheinufer, die Schufa und eine Bank veranstalten Workshops für Geflüchtete und ein Unternehmen baut mit dem Naturschutzbund Nabu ein Biotop. „Das ist Nachhaltigkeit im sozialen Sinne“, sagt Bewersdorf, 50 Prozent der Partner würden sich kennen und wie Will wiederholt helfen. So wachse das Projekt und bewähre sich.

Europas größtes Projekt

Das Wiesbadener Modell von Unternehmenskooperation sei bundesweit ein Leuchtturmprojekt, sagt Fachstellenleiterin Karoline Deißner. In Europa gebe es keine vergleichbaren Aktionstage mit mehr Projekten und Teilnehmenden. 2021 haben sich in Wiesbaden 109 Unternehmen gemeldet, die in 76 Einrichtungen 130 Wunschprojekte realisieren. 450 Beschäftigte beteiligen sich. Obwohl es Jahre mit mehr Teilnehmenden gab, ist das in Betracht der Corona-Regeln für die Veranstalterinnen eine stolze Zahl.

Wiesbaden sei deshalb so erfolgreich, weil anders als in anderen Städten die Kommune und keine Agentur Organisatorin ist. Dadurch sei, erläutert Deißner, die Teilnahme kostenfrei, für kleinere Betriebe ausschlaggebend. Zudem arbeitet Wiesbaden von Beginn an mit dem Verein UPJ, einem Netzwerk engagierter Unternehmen und Mittlerorganisationen, zusammen, die dazu beitragen, gesellschaftliche Probleme zu lösen. Dessen Know-how aus der Praxis habe laut Deißner geholfen, „Wiesbaden engagiert“ groß zu machen. Von Wiesbaden hätten sich Städte wie Bad Kreuznach oder Braunschweig inspirieren lassen.

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