Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Wiesbaden

Ämter in Wiesbaden vom Sofa aus besuchen

  • VonDiana Unkart
    schließen

Die Stadt ist für ihr Angebot, das es ermöglicht, Eheschließungen digital anzumelden, ausgezeichnet worden. Weitere Digitalisierungsvorhaben sollen die Bearbeitungszeiten verkürzen.

Digitale Angebote einer Verwaltung können den Bürgerinnen und Bürgern eine Menge Zeit sparen. In Wiesbaden ist es Paaren zum Beispiel seit einem Jahr möglich, sich digital statt persönlich zur Eheschließung anzumelden. Das Verfahren, während der Corona-Pandemie eingeführt, um persönliche Kontakte zu reduzieren, ist so erfolgreich, dass die Nutzungsquote nach Angaben der Stadt inzwischen bei 98 Prozent liegt. 1200 Paare haben sich digital angemeldet – hauptsächlich zur Mittagszeit, also vermutlich in der Mittagspause, oder abends ab 19.30 Uhr.

Für das Angebot gab es jetzt den „Preis für gute Verwaltung“ des Public Service Lab und der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin, berichtet die Stadt. Die nächsten Digitalisierungsvorhaben sind bereits im Gange.

Tobias Hagenau ist Geschäftsführer und Gründer der Firma HQ Labs in Hamburg, die ein Programm namens „awork“ entwickelt hat, das nun auch in der Wiesbadener Verwaltung eingesetzt wird. Es soll die Teamarbeit und die Organisation von Projekten erleichtern. Das Unternehmen hatte eine EU-weite Ausschreibung gewonnen.

Die Nutzung von Tools wie „awork“ mag im Kreativbereich selbstverständlich sein, für Behörden ist sie aber ein Novum. „Und inzwischen ein Trend“, sagt Hagenau. Die Pandemie hat Prozesse beschleunigt, die sonst noch Jahre oder Jahrzehnte gedauert hätten. Da gebe es einen großen Handlungsdruck.

Die ursprüngliche Planung in Wiesbaden sah vor, bis Ende 2023 etwa 2500 Mitarbeiter:innen der Verwaltung mit dem Tool auszustatten. Die Resonanz in der laufenden Pilotphase sei aber so positiv, dass das Ziel vermutlich früher erreicht werde, berichtet ein Sprecher der Stadt. Auch in der Verwaltung wird künftig hybrid – zu Hause und im Büro – gearbeitet werden. Dafür müssen Voraussetzungen geschaffen werden. Die Bürger:innen profitieren ebenfalls – dann zum Beispiel, wenn sich Bearbeitungszeiten verkürzen.

Das Onlinezugangsgesetz fordert, dass alle Verwaltungsdienstleistungen bis Ende 2022 digital angeboten werden. „Deswegen steht das Thema ganz oben auf der Agenda“, sagt der Sprecher der Stadt. In Wiesbaden hat im Februar das Amt für Innovation, Organisation und Digitalisierung seine Arbeit aufgenommen.

Digitale Angebote für die Bürger:innen oder Gewerbetreibende seien aber nur nützlich, wenn sie gut zu finden und leicht zu nutzen seien. Deshalb soll im kommenden Jahr das Wiesbaden-Portal überarbeitet und an die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer angepasst werden. Die digitale Weiterbearbeitung in der Verwaltung müsse gleich mitkonzipiert werden. „Damit wird sich ein Großteil aller heutigen Abläufe radikal verändern.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare