Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Im Labor an der TU Darmstadt untersucht Projektleiterin Susanne Lackner Proben aus Kläranlagen. dpa
+
Im Labor an der TU Darmstadt untersucht Projektleiterin Susanne Lackner Proben aus Kläranlagen. dpa

Wiesbaden

Abwasser zeigt Delta-Ausbrüche in Wiesbaden an

  • VonDiana Unkart
    schließen

Die ansteckendere Virusvariante Delta breitet sich aus. Das zeigt die Untersuchung des Abwassers. Gesundheitsamt und Forschende der TU Darmstadt lokalisieren Ausbrüche in zwei Stadtteilen.

Wiesbaden – In Wiesbaden liegen erste Ergebnisse der Abwasseruntersuchungen auf Corona-Viren vor. Die zeigen nach Angaben des Gesundheitsamtes, dass Infektionen mit der Delta-Variante ab etwa Mitte Mai deutlich zugenommen haben.

Koordiniert wurde die Untersuchung von der TU Darmstadt. Dort werden am Fachgebiet Abwasserwirtschaft Verfahren entwickelt, um Mutanten des Coronavirus mit Hilfe der Genomanalyse zu identifizieren und ihre Verbreitungswege zu verfolgen. Das System war zuvor schon in Frankfurt getestet worden.

Corona in Wiesbaden: Delta-Variante breitet sich aus

Seit Ende April sind an den beiden Wiesbadener Kläranlagen Hauptklärwerk Wiesbaden und dem Klärwerk im Stadtteil Biebrich einmal pro Woche Proben entnommen und analysiert worden. Das Abwasser-Monitoring bietet zusätzliche Informationen zum Meldesystem des Gesundheitsamtes. Die Abwasserproben könnten helfen, das Infektionsgeschehen einzuordnen, denn sie würden nicht von Testkapazitäten, Teststrategien oder asymptomatischen Verläufen beeinflusst, heißt es aus dem Gesundheitsamt. Im Wesentlichen korrespondierten die Ergebnisse der PCR-Tests mit denen der Abwasseruntersuchung. Danach war in dem siebenwöchigen Untersuchungszeitraum die Alpha-Variante, vormals als britische Variante bezeichnet, vorherrschend. Die als ansteckender geltende Delta-Variante nahm aber zu.

Frühwarnsystem

An der TU Darmstadt verfolgen Forschende in einem Projekt die Spuren von Corona-Mutanten im Abwasser.

Im Labor werden die Proben aufbereitet und mit PCR für die Virenkonzentration und Genomsequenzierung für die Varianten untersucht.

Im Abwasser aus den Kläranlagen ist die Entwicklung früher als im medizinischen Bereich sichtbar.

Der Vorsprung beträgt je nach Technik zwischen vier und zehn Tage. diu

Mit Hilfe des Abwassers lässt sich zwar nicht ermitteln, wie viele Menschen erkrankt sind, aber ein Trend ist erkennbar. Wenn die Virenlast steigt, kann das ein Hinweis auf einen Ausbruch sein. So wie in Wiesbaden, wo das Gesundheitsamt – zunächst unabhängig vom Abwasser-Monitoring – feststellte, dass sich im Mai und Juni in den beiden Stadtteilen Kastel und Kostheim Corona-Infektionen häuften. Die Sequenzierung ergab, dass die Infektionen auf die Delta-Variante zurückzuführen waren.

Corona: Forschende lokalisieren Ausbruch der Delta-Variante in Wiesbaden

Um den Ausbruch lokalisieren und eine differenziertere Aussage über das Vorkommen und die Verbreitung der Delta-Variante erhalten zu können, wurden zusätzliche Proben am Pumpwerk Kastel und in Kanälen in Kostheim und Kastel entnommen. Mit Proben direkt aus Kanälen, könnten die Ergebnisse auf Stadtteile oder sogar Häuserblocks heruntergebrochen werden, erklärte Susanne Lackner, Professorin für Abwasserwirtschaft an der TU Darmstadt und Leiterin des Projekts kürzlich in einem Gespräch mit der Deutschen Presseagentur. Die Forschung habe gezeigt, dass es möglich sei, Kläranlagen als Frühwarnsystem zu nutzen.

Ob das Monitoring in Wiesbaden fortgesetzt wird, ist noch nicht klar. Dazu würden Gespräche geführt, hieß es.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare