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85.000 Euro für den Radverkehrsplan

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Wiesbadener Radler formierten sich zum Flashmob.
Wiesbadener Radler formierten sich zum Flashmob. © Martin Weis

Unrühmliche Auszeichnung für Wiesbaden: Hessens Hauptstadt ist laut Fahrradclub ADFC die fahrradunfreundlichste Stadt in Deutschland. Jetzt soll ein Radverkehrsplan Abhilfe schaffen.

Von Jana Kinne

Wiesbaden ist die fahrradunfreundlichste Stadt in Deutschland – zu diesem Ergebnis kam Anfang des Jahres eine Umfrage des Fahrradclubs ADFC. Nun soll die Erarbeitung eines Radverkehrsplans der katastrophalen Situation für Radfahrer in der Stadt Abhilfe schaffen. Dafür hat der Magistrat 85.000 Euro bereitgestellt.

Bereits im Mai 2012 hatte die Stadtverordnetenversammlung die Erarbeitung eines Plans beschlossen. „Bis heute ist kein einheitliches Konzept für ein verbundenes Radwegenetz in Wiesbaden erkennbar“, hieß es im Antrag von CDU und SPD. Auch die Grünen hatten zuvor die Erstellung eines Radverkehrsplans gefordert. „Wir begrüßen die Erstellung des Plans“, sagt auch Thomas Fuchs, Vorsitzender des ADFC Wiesbaden. In allen hessischen Großstädten sei so ein Plan bereits vorhanden, nur in Wiesbaden habe man darauf warten müssen.

Neues Beschilderungskonzept

Der Radverkehrsplan, den Verkehrsdezernentin Sigrid Möricke (SPD) nun bei einem Planungsbüro in Auftrag geben will, soll eine umfassendes Konzept für die Verbesserung des Radverkehrs in Wiesbaden erarbeiten. Wichtigster Punkt ist dabei die Schaffung eines einheitlichen Wegenetzes.

Weitere Inhalte des Plans sollen die Erarbeitung eines Beschilderungskonzepts und Vorschläge für Umgestaltungs- und Umbaumaßnahmen sein. Auch Verbesserungen bei den Radabstellanlagen, Vorschläge für ein städtisches Radverleihsystem und ein Konzept für die Verbesserung des Images des Radfahrens in der Stadt soll das Konzept beinhalten. „In Wiesbaden hapert es bisher an einem Wandel im Kopf“, sagt Möricke. Deshalb sei die Imagekampagne fürs Radfahren dringend notwendig.

In das externe Gutachten sollen die Ergebnisse des Radverkehrsforums einfließen, das Ende Februar zum ersten Mal zusammenkam. Im Forum beraten Vertreter von Interessenverbänden wie ADFC und ADAC, der IHK, der Stadtpolizei, der Hochschule Rhein-Main und Vertreter aller Fraktionen im Stadtparlament darüber, wie man den Radverkehr in Wiesbaden stärken kann.

Ob der Radverkehrsplan die umfangreiche Neugestaltung des Radverkehrs in der Stadt leisten kann, bleibt ungewiss. „Lippenbekenntnisse pro Radverkehr sind immer einfach“, sagt Dezernentin Möricke. Wenn es jedoch darum gehe, Parkplätze zu verringern oder den Autoverkehr einzuschränken, seien Widerstände vorprogrammiert.

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