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180.000 Euro fürs Image

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Das Kurhaus in Wiesbaden - bekanntestes Bauwerk der Stadt.
Das Kurhaus in Wiesbaden - bekanntestes Bauwerk der Stadt. © FR/Hoyer

Der Filmemacher Philip Selkirk porträtiert Wiesbaden in einem 90-Minuten-Film. Clips daraus sollen weltweit zur Werbung benutzt werden. Von Michael Grabenströer

Von Michael Grabenströer

Was verbindet die Stadt Wiesbaden und Fidel Castro? Der Filmemacher Philip Selkirk, Produzent, Drehbuchautor und Regisseur. Irgendwann klappte es mit dem Kontakt nach Kuba über eine Verwandte Che Guevaras. Dort lernte Selkirk den persönlichen Kameramann ("So was gibt es!") des Maximo Lider kennen und drehte mit ihm einen Film über Castro - einen Dokumentarfilm, seinen ersten, für Arte und den Bayrischen Rundfunk.

In Wiesbaden wuchs Selkirk auf, ging später nach Wien und Berlin, arbeitete danach wieder in der Kurstadt als Producer in der Geschäftsleitung bei Taunusfilm. Denn Selkirk hatte zwischenzeitlich Betriebswirtschaft studiert, in der Immobilienbranche gearbeitet, um dann ins Filmgeschäft einzusteigen.

Nun hat seine Firma den Präsentationsfilm über Wiesbaden gedreht, eher eine Dokumentation als einen Werbestreifen. Gleichzeitig lieferte er mit dem eineinhalbstündigen Film auch Module, die Wiesbaden für das Stadtmarketing gut nutzen kann.

Wiesbaden und Gesundheit? - Modul mit neuem Material vorhanden. Wiesbaden und Sport? Aktuelles Modul vorhanden. Wiesbaden und Kultur, Weinfeste, Volksfeste? Modul vorhanden ....

Das Werk will jedoch mehr sein. Selkirk: "Der Film soll ein Stadterlebnis aufzeichnen, von denen, die die Stadt erleben, aber auch von denen, die in der Stadt leben." Es sollte keine Ode auf die Stadt werden, sondern durchaus auch Leute zu Wort kommen lassen, die kritisch mit der Stadt umgehen. Und ein wenig wollte er auch mit dem Image der Rentner-Stadt aufräumen.

Eingebettet in den Rheingau

Mit einer Länge von fast 90 Minuten ist es schon ein formatfüllender Kinofilm geworden. Und trotzdem ist er dokumentarisch geblieben. Selkirk wollte die Stadt, in der er hängengeblieben ist, auch als Stadt der Kreativen, der Kultur beschreiben und sie einbetten in die Umgebung des Rheingaus. Denn das ergibt erst ein Gesamtbild von Wiesbaden.

160 Stunden Material haben sie gedreht mit ihrer Produktionsfirma Selkirk & Heimann. 160 Stunden Wiesbaden-Material, auf das sich schon Martin Michael vom Stadtmarketing freut. Denn es wird neben dem Film auch eine Reihe kleiner Clips geben, die Module eben, die die Fernsehstationen von Kanada bis Japan anfordern können, wenn sie Bilder aus Wiesbaden haben möchten.

Aktuelle Bilder, das war Selkirk wichtig. Natürlich ist auch der Festakt im werblichen Filmteil vertreten, mit dem sich die Stadt als Universitätsstadt mit dem neuen juristischen Studiengang der EBS feiert. Daneben wird aber die Hochschule Rhein-Main nicht vergessen, die traditionell zur Wissenschaftsstadt dazugehört. Selkirk lässt mit seiner Produktion Blicke zu, die - in einem guten Dokumentationsstil - nicht nur der Selbstbespiegelung dienen.

Am Mittwochabend wurde der neue Imagefilm in einem kleineren Kreis vor über 200 geladenen Gästen präsentiert. Für die Arbeit hat die Stadt 180.000 Euro bewilligt. Am 1. August wird der Film öffentlich vorgestellt - kostenlos im Kurpark, in dem Aufbau, der dann noch vom Rheingau-Musik-Festival stehengeblieben ist.

Den Film gibt´s auf DVD

Wer so lange nicht warten kann, der kann sich seine Wiesbaden-Werbe-DVD im Verkehrsamt kaufen. 19,95 Euro für eineinhalb Stunden Wiesbaden, wie es bestmmt noch nicht einmal alle Wiesbadener gesehen haben - zwischen Schlachthof und Kurhaus, zwischen einst adeligem Heiratsmarkt und Kreativstandort, der - wie es ein Kreativer bekennt - eigentlich keine Impulse gibt. Trotzdem: Die Stadt wächst weiter, auch dank der Migranten, die für den Film eine wichtige Seite des Stadtlebens ausmachen.

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