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Wiesbaden: Startups sollen City beleben

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Von: Andrea Rost

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Kommunikationsdesigner Michael Eibes hat das Konzept für WiCoPop entwickelt.
Kommunikationsdesigner Michael Eibes hat das Konzept für WiCoPop entwickelt. © Rolf Oeser

Die Stadt Wiesbaden hat ein Pop-up-Projekt in der Fußgängerzone gestartet. Junge Unternehmen können Räume auf Zeit mieten und müssen dafür nur eine Nebenkostenpauschale bezahlen. Die ersten Interessenten sind schon da.

Die kleine Schwalbacher Straße ist schmal und verwinkelt, vom geschäftigen Treiben in der wenige Meter entfernten Einkaufsmeile Kirchgasse und Langgasse ist so gut wie nichts zu spüren. Hier hat die Stadt vor kurzem ein Pop-up-Projekt gestartet, das zu einer Art Blaupause für die Belebung der Innenstadt werden könnte.

In den großen Einkaufsstraßen der Landeshauptstadt seien die Vermieter zurückhaltend, tolerierten eher Leerstände, als Flächen günstig auf Zeit zu vermieten, sagt Birgit Knetsch, die Leiterin des Referates für Wirtschaft und Beschäftigung im Wiesbadener Rathaus. Deshalb sei die Stadt eingesprungen und habe das Projekt „WiCoPop“ gestartet.

Hinter der Abkürzung verbirgt sich eine Kombination aus Ladengeschäft, Ausstellungsfläche und Begegnungsraum. Untergebracht sind sie allesamt in Gebäuden, die die Stadtentwicklungsgesellschaft SEG verwaltet. Das Haus in der Kleinen Schwalbacher Straße 8 stand bis vor kurzem leer. 300 Quadratmeter können dort für das Pop-up-Projekt genutzt werden. Das Ladenlokal in der Schwalbacher Straße 3 - 5 ist 80 Quadratmeter groß.

Das Geschäft, in dem bis vor kurzem eine Änderungsschneiderei war, sei als Showroom für Startups gedacht, die in den nächsten Monaten im Wechsel hier einziehen und ihre Produkte vorstellen können, sagt Michael Eibes. Der Kommunikationsdesigner mit eigener Agentur, der sich unter anderem im Kreativwirtschaftsausschuss der IHK engagiert, hat das Konzept für WiCoPop geschrieben. Nun ist es seine Aufgabe, das Projekt zur Belebung der Innenstadt zum Laufen zu bringen. „Ich mag Community-Projekte, bringe gerne Leute zusammen“, erläutert er seine Motivation.

Der Pop-up-Store in der Kleinen Schwalbacher Straße sei als Minikaufhaus konzipiert, in das Jungunternehmer:innen für einige Zeit mietfrei einziehen könnten. Lediglich eine Nebenkostenpauschale sei an die Stadt zu bezahlen, sagt Michael Eibes. „Der Laden ist mit gebrauchten Möbeln eingerichtet, die Startups müssen nur ihre Produkte mitbringen.“

Am Donnerstag, 15. Dezember, wird in dem Laden ein kleiner Weihnachtsmarkt eröffnet. Junge Unternehmer:innen bieten dann bis zum vierten Adventsonntag ihre Produkte an – von der Brille mit Antiblaulichtfilter über stylische Hundehalsbänder und Makramee-Schmuck bis zum nachhaltigen Waschmittel.

Schräg gegenüber hat im Haus Nummer 8 vor kurzem die Glyg-Bar eröffnet. Betreiber sind Marcus Wenig, der im Ringstraßenviertel den Weinladen Glyg führt und seine Tochter Annika. Die 22-Jährige absolviert zurzeit ein duales Studium für Tourismus- und Eventmanagement in Mainz. Bis Ende 2023 werden Vater und Tochter die Glyg-Bar als Pop-up-Location betreiben. „Wir wollen ausprobieren, was wir in der Innenstadt auf die Beine stellen können“, sagt Marcus Wenig. „Auch wenn wir erst mal unsere Kunden hierher lotsen müssen, ist das Projekt einen Versuch wert.“

In den beiden Etagen über der Bar sind Meetingräume (CoLab) untergebracht, außerdem eine Ausstellungsfläche (CoSpace), die Künstler:innen für Projekte nutzen können. Ab 26. Januar 2023 werden dort die zwölf Gewinnermotive des neuen „Feels-like-Hessen“-Kalenders sowie 24 weitere Motive aus der zweiten Auswahlrunde gezeigt.

Das Konzept für WiCoPop wurde beim Programm „Zukunft Innenstadt“ eingereicht. Es wird mit 250 000 Euro vom Land Hessen gefördert, die Stadt Wiesbaden legt 62 500 an Eigenmitteln drauf. Das Projekt in der Kleinen Schwalbacher Straße läuft bis Ende 2023. Nach dem „Makerspace“ im Luisenforum, wo die Handwerkskammer junge Menschen bei der Berufswahl berät, ist es das zweite Pop-up-Projekt in der Fußgängerzone.

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