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Wiesbaden: Stadtkonzern mit Überschuss

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Von: Andrea Rost

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Eine Sorge weniger für die WVV Holding: Die City-Passage hat ein Investor aus Frankfurt gekauft.
Eine Sorge weniger für die WVV Holding: Die City-Passage hat ein Investor aus Frankfurt gekauft. © Michael Schick

Die stadteigene WVV Holding hat auch in 2021 einen Überschuss erwirtschaftet und 8,8 Millionen Euro an den kommunalen Haushalt ausgeschüttet. Doch das Defizit bei Eswe Verkehr steigt weiter.

Die WVV Wiesbaden Holding ist bislang gut durch die Pandemie gekommen. Die städtische Tochter, in der die wirtschaftlich selbstständigen Wiesbadener Versorgungs-, Verkehrs- und Wohnungsbauunternehmen gebündelt sind, hat 2021 einen Überschuss von 14,8 Millionen Euro erzielt, 8,8 Millionen Euro davon wurden an den kommunalen Haushalt ausgeschüttet.

Bis auf Eswe Verkehr haben alle Gesellschaften Gewinne erzielt, wenn diese auch teilweise deutlich kleiner ausfielen als in den Vorjahren. Die Verluste des Verkehrsdienstleisters lagen bei knapp 40 Millionen Euro. 30 Millionen Euro hat die Holding über Querfinanzierungen übernommen. Das restliche Defizit muss die Stadt aus dem laufenden Haushalt auffangen.

In diesem Jahr seien zwei wichtige Entscheidungen im Immobiliensektor gefallen, berichtete Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD), der Aufsichtsratsvorsitzender des Stadtkonzerns ist. Die City-Passage in der Kirchgasse konnte an den Frankfurter Investor Art Invest Real Estate verkauft werden, der dort das Quartier Mauritiushöfe plant. Und für die Sanierung des Walhalla-Theaters hat das Stadtparlament einen Grundsatzbeschluss gefasst. Ohnehin leisteten die eigenen Immobilien einen wichtigen Beitrag, sagte Mende. „Sie sind ein Stabilitätsanker im Portfolio der WVV.“

Der gute Jahresabschluss der Holding für 2021 sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Sicherung der Daseinsvorsorge, wie sie die WVV leiste, eine große Herausforderung sei. Für 2022 rechnet Geschäftsführerin Bernadette Boot mit einem deutlich größeren Verlust bei Eswe Verkehr. Für 2023 gebe es Unwägbarkeiten bei Kredit- und Projektfinanzierungen und bei den Energiepreisen, die Prognosen für alle Sparten schwierig machten. „Transparenz ist in diesen Zeiten besonders wichtig“, sagte Boot. Eine Strategiediskussion solle die Weichen für die Zukunft stellen.

Nach Plan läuft den Angaben zufolge die Neuorganisation der Immobiliensparte, im Zuge derer Gesellschaften miteinander verschmolzen werden. Dadurch reduziere sich die Komplexität der Steuerung, sagte Bernadette Boot.

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