Hessen

Wiesbaden: Prozess gegen Ex-Hochschulpräsidenten Jahns eingestellt

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Nach vielen Jahren endet das Untreue-Verfahren gegen den Ex-Hochschulpräsidenten Christopher Jahns ohne Urteil.

Der Prozess gegen den ehemaligen Präsidenten der Wiesbadener Wirtschafts- und Jura-Hochschule EBS, Christopher Jahns, ist nun doch vorläufig eingestellt worden. Jahns war von der Staatsanwaltschaft Untreue vorgeworden worden. Mit der Einstellung sei „eine Schuldfeststellung des Angeklagten nicht verbunden“, hielt das Wiesbadener Landgericht fest.

Schon vor einigen Monaten hatte das Gericht den Prozess gegen eine Zahlung einstellen wollen. Der Angeklagte war damit einverstanden, die Staatsanwaltschaft bestand aber auf einer Fortsetzung. Nun wird das Strafverfahren doch eingestellt. „Nach so vielen Jahren bleibt am Ende nur noch Erleichterung“, sagte ein Sprecher von Jahns.

Der Beschluss gilt nach Angaben des Landgerichts für zunächst sechs Monate. In dieser Zeit muss Jahns 30 000 Euro zahlen, teils an die Staatskasse, teils an eine gemeinnützige Einrichtungen. „Wird die Auflage erfüllt, so kann die Tat nicht mehr als Vergehen verfolgt werden und das Verfahren wird endgültig eingestellt“, hieß es in der Mitteilung des Gerichts.

Die Anklage warf Jahns vor, ohne angemessene Gegenleistung 180 000 Euro von der EBS an eine Firma geleitet zu haben, an der er beteiligt war. Jahns bestreitet eine Schuld. Das Verfahren war 2014 wegen einer depressiven Erkrankung des Hochschulmanagers eingestellt worden. Ein Gutachten hatte dem ehemaligen EBS-Präsidenten später wieder die Verhandlungsfähigkeit attestiert. Im März wurde hingegen erneut festgestellt, er sei verhandlungsunfähig.

Jahns leitete von 2009 an die European Business School. Er trieb ihre Erweiterung um eine juristische Fakultät in Wiesbaden voran, wodurch die EBS zur Universität wurde. 2011 musste Jahns die Hochschule verlassen. Es folgten ein Untersuchungsausschuss des Landtags und Prozesse.

Aktenzeichen.: 6 KLs – 1111s 11 866/11

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