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Wiesbaden: Preis für gute Verwaltung

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Von: Madeleine Reckmann

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Die Verwaltung soll digital und kundenfreundlich werden.
Die Verwaltung soll digital und kundenfreundlich werden. © Michael Schick

Amt für Soziales wird heute für benutzerfreundliche Online-Angebote ausgezeichnet.

Wer beim Amt für Soziales und Bildung einen Antrag auf existenzsichernde Leistungen stellen oder als Asylbewerber:in den Aufenthaltstitel verlängern möchte, kann dies jetzt auch vom heimischen Computer aus tun. Die digitalen Antragsverfahren der Wiesbadener Sozialbehörde sind so benutzerfreundlich gestaltet, dass das Amt am heutigen Freitag (14.10.) in Freiburg dafür ausgezeichnet wird. Der Preis für gute Verwaltung wird vom Public Service Lab und der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin vergeben und soll neuartige Lösungen in der Verwaltung sichtbar machen, teilt die Stadt mit. Der Preis werde besonders für bürgerorientierte und innovative Arbeit von Kommunen, Ländern und Bundesbehörden verliehen. Fünf Anträge seien bereits online abrufbar, an elf weiteren werde gearbeitet, sagt Aline Van den Borg vom Projektteam Arbeit Neu Denken auf Anfrage.

Im März 2022 hatten Mitarbeiter:innen aller Abteilungen des Amts unter der Leitung von van den Borg in einem dreiwöchigen Workshop die digitalen Angebote erarbeitet. Ziel war, die Dienstleistungen digital anzubieten, wie dies nach dem Onlinezugangsgesetz bis Jahresende zu geschehen hat. „Selbstverständlich bleibt das bisherige ‚analoge‘ Antragsverfahren bestehen, und der persönliche Kontakt wird angeboten“, tritt Sozialdezernent Christoph Manjura (SPD) etwaigen Bedenken entgegen.

Manjura hatte das Projektteam 2019 gegründet und ist den Angaben zufolge auch Initiator des Workshops. Dass Bürger:innen Dienstleistungen online beantragen können, sei etwa für gehbehinderte Menschen wichtig und komme jenen entgegen, die sich schämten, Leistungen in Anspruch zu nehmen. Die Online-Angebote seien daher ein „Schritt weg vom Öffentlichen Dienst hin zum Dienst für die Öffentlichkeit“.

Aufgabe des Projektteams ist es auch, die Behörde auf den Fachkräftemangel vorzubereiten. Bis 2031 würden etwa 20 Prozent der Kolleg:innen in den Ruhestand wechseln. Das Amt solle zu einem attraktiven Arbeitgeber werden, um neue Mitarbeiter:innen zu gewinnen. mre

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