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Der Schlachthof in Wiesbaden.

Hausverbot

Wieder kein Zutritt für AfD-Politiker in Wiesbaden

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Chef der AfD-Landttagsfraktion soll das Fernsehteam eines russischen Staatssenders im Schlepptau gehabt haben.

Genau eine Woche nachdem einem AfD-Politiker der Zutritt zu einer Veranstaltung der jüdischen Gemeinde in Wiesbaden verweigert wurde, soll sich ein ähnlicher Vorfall am Kulturzentrum Schlachthof ereignet haben. Wie sowohl der AfD-Kreisverband als auch die Veranstalter übereinstimmend berichteten, sollen am Donnerstagabend den Wiesbadener Stadtverordneten Klaus-Dieter Lork und Robert Lambrou am Eingang zum Kulturzentrum Schlachthof abgewiesen worden sein. Dort fand zu diesem Zeitpunkt eine Veranstaltung der Initiative „Moment mal - für eine offene Gesellschaft“ mit der AfD-Aussteigerin Franziska Schreiber statt.

Die AfD spricht in einer Pressemitteilung davon, das Lork und Lambrou „ohne Angabe von Gründen“ Hausverbot erteilt worden wäre. Beide hätten die Veranstalter darauf hingewiesen, dass sie als Stadtverordnete ein Recht darauf hätten, die öffentliche Veranstaltung zu besuchen. Der Vorsitzende der Wiesbadener AfD-Fraktion Eckhard Müller kündigte an, den Vorgang bei den zuständigen Stellen in der Stadtverwaltung zu thematisieren.

Die Organisatoren der Veranstaltungsreihe „Moment mal“ berichten derweil auf FR-Anfrage, dass Lambrou, der auch Fraktionschef der AfD im hessischen Landtag ist, in Begleitung eines Fernsehteams des russischen Staatssenders „Rossija24“ aufgetaucht sei. Dem selben Fernsehteam sei allerdings bereits vorab untersagt worden, während der Veranstaltung im Schlachthof zu filmen, erklärte Claudia Sievers, Geschäftsführerin der mitveranstaltenden Martin-Niemöller-Stiftung. Man gehe von einer „gezielten Provokation“ und einem „Einschüchterungsversuch“ aus.

Lambrou erklärte auf FR-Anfrage, dem Fernsehteam lediglich ein Interview gegeben zu haben. Der Kontakt sei zuvor bei Dreharbeiten im Landtag entstanden. Allerdings sei abgesprochen gewesen, dass die russischen Reporter nicht mit in die Veranstaltung kommen. dpa

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