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Gastgewerbe

Wiesbaden: Kuffler will endgültig gehen

  • Madeleine Reckmann
    VonMadeleine Reckmann
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Der Gastronomievertrag für das Kongresscenter in Wiesbaden ist gekündigt

Von August bis Weihnachten konnten Gäste im Restaurant Bagutta im Rhein-Main-Congresscenter (RMCC) bei Sekt und Snacks die Tage genießen. Jetzt ist das Bagutta wieder geschlossen, weil es wohl unter den Corona-Auflagen nicht gewinnbringend bewirtschaftet werden kann. Sollte es wieder öffnen, wird wahrscheinlich ein neuer Pächter die RMCC-Gastronomie führen.

Das Gastro-Unternehmen Kuffler nämlich verlässt die Landeshauptstadt definitiv. Am Mittwoch teilt die Kuffler-Gruppe auf Anfrage mit, Geschäftsführer Sebastian Kuffler habe im Dezember den bis 2027 laufenden Pachtvertrag über die Gastronomie im RMCC – das Bagutta und bei Veranstaltungen im Kongresscenter – gekündigt. „Leider war in den Jahren 2020 und 2021 unser Gesamtumsatz nicht annähernd auf dem Niveau, das bei Vertragsabschluss angestrebt war“, sagt er. Das Unternehmen habe viel ins RMCC investiert und müsse „die Reißleine ziehen, um noch größeren Schaden zu vermeiden“. Für den Fall solch schlechter Umsätze stehe der Kuffler-Gesellschaft ein Sonderkündigungsrecht zu, von dem sie jetzt Gebrauch gemacht habe. Die Geschäfte würden aber nicht Hals über Kopf hingeschmissen. Sebastian Kuffler bietet an, bis Sommer 2022 die „operativen Verpflichtungen“ fortzuführen. „Wir möchten die Zusammenarbeit ordentlich beenden“, sagt er. Den Mitarbeiter:innen wolle er Jobs in der Firmengruppe anbieten.

Bereits im Juli 2020 hatte das Unternehmen angekündigt, Wiesbaden, wo es seit 30 Jahren neben der RMCC-Gastronomie auch das Kurhaus betrieb, den Rücken zu kehren. Vorausgegangen war, dass sich der frühere Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD) vom inzwischen verstorbenen Seniorchef des Unternehmens, Roland Kuffler, 2014 bis 2017 mehrmals hatte einladen lassen. Gerich wurde wegen Vorteilsannahme zu einer Geldstrafe verurteilt. Der Verdacht tauchte auf, dass bei der Auftragsvergabe an Kuffler geschummelt worden sei. In der Tat wurden Ungereimtheiten festgestellt, die Vergabe aber für rechtskräftig erklärt. Weitere Überprüfungen durch das Revisionsamt und die Stadt wurden inzwischen ohne nennenswerte Ergebnisse eingestellt.

Die Kurhaus-Gastronomie war 2021 an die Geschäftsfrau Valeska Benner übergegangen. Ein Verkauf der RMCC-Gastronomie sei nicht gelungen, sagt Thomas Sante, Geschäftsführer der Wiesbaden Congress- und Marketinggesellschaft, der FR. Er gehe von einvernehmlichen Gesprächen über das Ende des Geschäftsverhältnisses aus. Die Gespräche darüber erfolgten demnächst. Ob die außerordentliche Kündigung rechtmäßig sei, müsse noch geklärt werden. Er hoffe nicht, dass die Gastronomie vorübergehend unbesetzt bleibe. Bis ein neuer Pächter gefunden sei, gingen aber neun Monate ins Land.

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