Wiesbaden

Wiesbaden: Keine Abfallverwertung mit Groß-Gerau

  • Madeleine Reckmann
    vonMadeleine Reckmann
    schließen

Pläne für Vergärungsanlage sind geplatzt. Stadt Wiesbaden sucht neuen Partner.

Die Wiesbadener Pläne für eine gemeinsame Bioabfallvergärungsanlage mit dem Kreis Groß-Gerau sind geplatzt. Der Aufsichtsrat der Riedwerke Kreis Groß-Gerau hat sich gegen den Bau einer gemeinsamen Anlage in der Landeshauptstadt entschieden, teilte die Stadt Wiesbaden am Donnerstag mit. Die Entsorgungsbetriebe ELW hatten vorgesehen, aus den Küchenabfällen von 2023 an Strom und Biogas herzustellen. Nun möchte der Landkreis seine Bioabfälle selbst verwerten. Die geplante interkommunale Zusammenarbeit ist damit vom Tisch.

Dezernent Hans-Martin Kessler (CDU) bedauert die Entscheidung. „Gerade zur Erreichung der Wiesbadener Klimaschutzziele war diese Anlage ein wichtiger Beitrag“, sagte er. Die Idee soll jedoch weiterverfolgt werden. Eine Option wäre es, dass die Stadt alleine eine GmbH gründet und eine 50-Prozent-Beteiligung europaweit ausschreibt. Der Partner müsste wie die Landeshauptstadt mindestens 20 000 Tonnen Bioabfall im Jahr einbringen.

Zwei weitere Optionen werden aktuell eruiert: Mit der Rhein-Main-Deponie in Flörsheim/Wicker (RMD) könnte über die Fortsetzung einer interkommunalen Zusammenarbeit verhandelt werden. Ein Angebot von der RMD liege den ELW bereits vor.

Zum anderen wäre es auch möglich, dass die ELW die Verwertung der Wiesbadener Bioabfälle europaweit ausschreiben. En Nachteil beider Varianten wäre es, dass die Verwertung der Wiesbadener Bioabfälle keinen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele der Landeshauptstadt leisten könnte, weil sie an einem anderen Ort stattfindet.

Kommentare