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Wiesbaden: Exground-Filmfest kommt wieder ins Kino

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Von: Andrea Rost

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Andrea Wink und Gerald Pucher tellten das Programm des Filmfestes in der Wiesbadener Caligari-Filmbühne vor.
Andrea Wink und Gerald Pucher tellten das Programm des Filmfestes in der Wiesbadener Caligari-Filmbühne vor. © Monika Müller

Das Festival Exground ermöglicht nach zwei Jahren pandemiebedinger Pause wieder Live-Begegnungen zwischen Filmschaffenden und Publikum. Beiträge laufen nicht nur in Wiesbaden, sondern auch in Frankfurt und Darmstadt.

Zwei Mal hintereinander war das Exground-Filmfest keine Präsenzveranstaltung. Während des ersten Corona-Lockdowns im Herbst 2020 wurde das komplette Programm gestreamt. Im vergangenen Jahr war das Festival hybrid organisiert – die Filme wurden unter strengen Hygienebedingungen vor Publikum gezeigt und waren parallel online abrufbar. Nun wollen die Veranstalter wieder an Vor-Pandemie-Zeiten anknüpfen.

„Kino first muss unser Credo sein“, sagte Andrea Wink vom Verein Wiesbadener Kinofestival bei einem Pressegespräch. Zusammen mit Gerald Puchner ist sie für das Programm des Filmfestes verantwortlich. Für Filmschaffende und Publikum sei der Austausch vor Ort wichtig und lasse sich durch kein digitales Angebot ersetzen, ist Wink überzeugt. Deshalb laufen alle 150 Festivalfilme von 11. bis 20. November wieder in Kinos oder anderen Spielstätten in Wiesbaden sowie an Nachspielorten in Frankfurt und Darmstadt. Erst anschließend werden sie online abrufbar sein. Eine eigene Internetplattform müsse dafür gebaut werden, erklärte Wink. „Das ist aufwändig, deshalb kann auch keiner der Festivalbeiträge kostenlos abgerufen werden.“

2000 Beiträge wurden für das Festival eingereicht. 150 Lang- und Kurzfilme aus 45 Ländern hat das Kuratorenteam für die 35. Ausgabe des Exground-Filmfestes ausgewählt. Darunter sind 16 Welt-, sieben internationale, vier Europa- und 30 Deutschlandpremieren. 83 Filme werden zum ersten Mal im Rhein-Main-Gebiet gezeigt.

Das Festival

Das 35. Exground-Filmfest läuft von 11. bis 20. November in der Caligari-Filmbühne, dem Murnau-Filmtheater und der Krypta der Wiesbadener Marktkirche. Nachspielorte sind in Frankfurt und Darmstadt.

Das Online-Angebot „Exground im Stream“ ist von 21. bis 24. November abrufbar.

Programm und Tickets unter www.exground.com. aro

Schwerpunktland ist Portugal, das mit 25 Filmen vertreten ist. Unterschiedliche Zeitlinien der portugiesischen Gesellschaft und Politik werden darin ebenso abgebildet wie die geografische Vielfalt des kleinen Landes auf der iberischen Halbinsel. Vier Langfilme und ein Kurzfilm bieten Einblicke in das Filmschaffen der bekannten portugiesischen Filmemacherin Teresa Villaverde. Darunter ist ihr Debütstreifen „Am Ende einer Kindheit“ aus dem Jahr 1991. Thematisch passt dazu die Reihe „Absent Parents“ mit fünf portugiesischen Kurzfilmen, die sich mit mental oder physisch abwesenden Eltern und den Umgang ihrer Kinder damit befassen. Eine zweite Kurzfilmrolle zeigt Experimentalfilme von Frauen, die in ihren Werken neue Ausdrucksformen und Erzählweisen suchen. Auch weniger bekannte Filmnationen sind im Programm zu finden: Myanmar, Chile, Kasachstan, Zypern und Katar. Eine Kurzfilmreihe ist Werken aus dem Iran gewidmet. Die Exground Youth Days sind eigens auf ein junges Publikum zugeschnitten.

400 000 Euro nennt Andrea Wink als Festivalbudget. Größte Geldgeber sind die Stadt Wiesbaden mit 135 000 Euro, das Land Hessen mit 128 000 Euro und der Kulturfonds Rhein-Main mit 40 000 Euro. Dazu kommen mehr als 30 Sponsoren, die unter anderem Preise für diverse Wettbewerbe zur Verfügung stellen.

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