Hessen

Wiesbaden: Christopher Jahns muss wieder vor Gericht

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Landgericht Wiesbaden rollt das Untreueverfahren gegen Ex-Hochschulpräsidenten neu auf. Sein Sprecher nimmt zu den Vorwürfen Stellung

Der frühere Präsident der Hochschule EBS in Oestrich-Winkel, Christopher Jahns, muss sich erneut vor Gericht verantworten. Der Untreue-Prozess, der vor fünf Jahren wegen seiner Erkrankung vorläufig eingestellt worden war, wird neu aufgerollt. Das bestätigte eine Sprecherin des Landgerichts Wiesbaden der FR am Donnerstag. Sie widersprach aber Berichten, wonach mit einem neuen Verhandlungstermin noch in diesem Jahr zu rechnen sei.

Die Anklage wirft Jahns vor, ohne angemessene Gegenleistung 180 000 Euro von der EBS an die Firma Brainnet geleitet zu haben, an der er beteiligt war. Jahns bestreitet eine Schuld.

Darüber war von 2013 bis 2014 bereits vor dem Landgericht verhandelt worden. Da Jahns aber wegen einer depressiven Erkrankung über einen längeren Zeitraum nicht teilnehmen konnte, musste das Verfahren vorläufig eingestellt werden. Ein Gutachten hatte Anfang dieses Jahres ergeben, dass Jahns wieder verhandlungsfähig ist. Er hatte mittlerweile die Gründung einer Universität für Digitalthemen unter dem Namen „XU Exponential University“ in Potsdam vorbereitet und ein Buch über die „Industrie 4.0“ verfasst.

Jahns’ Sprecher Dirk Metz nannte den Vorwurf „längst widerlegt“, dass den Zahlungen an Brainnet keine Leistungen gegenübergestanden hätten. „Es bleibt dabei, dass sich Christopher Jahns nichts vorzuwerfen hat und das Ganze für ihn nach so vielen Jahren einfach bitter ist“, sagte Metz.

Jahns hatte 2009 die Leitung der European Business School übernommen. Er trieb ihre Erweiterung um eine juristische Fakultät in Wiesbaden voran, durch die die EBS zur Universität wurde. 2011 musste Jahns die Hochschule verlassen. Es folgten ein Untersuchungsausschuss des Landtags und mehrere Prozesse.

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