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Wieder keine Hinweise auf Korruption gegen Wiesbadener CDU-Politiker

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Von: Madeleine Reckmann

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Bernhard Lorenz kann aufatmen. Korruption wird ihm nicht mehr vorgeworfen.
Bernhard Lorenz kann aufatmen. Korruption wird ihm nicht mehr vorgeworfen. © Monika Müller

Generalstaatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen Bernhard Lorenz ein. Alle Verfahren wegen Bestechlichkeit sind im Sande verlaufen.

Untreue, Bestechlichkeit, Vetternwirtschaft, Betrug – was hat man Bernhard Lorenz nicht alles vorgeworfen. Der umstrittene CDU-Politiker stand acht Jahre im Visier der Staatsanwaltschaft. Nun ist auch das dritte und somit letzte Ermittlungsverfahren wegen Korruption gegen ihn im Sande verlaufen. „Nach umfassenden Ermittlungen“ ist das Verfahren gegen ihn wegen Mandatsträgerbestechlichkeit im Zusammenhang mit dem unglücklichen Grundstücksgeschäft Wilhelmstraße 1 eingestellt worden, bestätigt die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt. Es habe sich kein hinreichender Tatverdacht finden lassen.

Das Grundstück war 2013 an die OFB-Projektentwicklung verkauft worden, um dort ein Stadtmuseum zu bauen. 2014 war der Deal zum Teil rückabgewickelt worden. Kritiker sprachen von Hinterzimmerdeals und geheimen Absprachen und vermuteten, dass das Areal unter Wert verscherbelt werden sollte.

Die Ermittlungen wegen Untreue zum Nachteil der Landeshauptstadt gegen Lorenz und weitere Beteiligte wie die früheren Oberbürgermeister Helmut Müller (CDU) und Sven Gerich (SPD) und den früheren Wirtschaftsdezernenten Detlev Bendel (CDU) waren bereits im 2021 eingestellt worden. Gegen Lorenz recherchierte die Generalstaatsanwaltschaft weiter. Sie wird immer dann eingeschaltet, wenn Abgeordnete im Verdacht stehen, als Mandatsträger Unrechtes getan zu haben.

Für den Rechtsanwalt und früheren CDU-Fraktionsvorsitzenden Lorenz, der stets seine Unschuld beteuerte, geht damit eine lange Anspannung zu Ende, berichtet er der FR. Drei große Korruptionsverfahren gegen ihn sind gescheitert. Der Verdacht der Untreue bei der Frankfurter Industrie- und Handelskammer, der auch den früheren Präsidenten Matthias Müller betraf, ging bereits vor drei Jahren ins Leere. Die Vorwürfe, Lorenz habe als Aufsichtsratsmitglied vom früheren Geschäftsführer der Wiesbaden Holding 90 000 Euro angenommen, konnte nie bewiesen werden. Nun haben sich auch die Vorwürfe rund ums Stadtmuseum in Luft aufgelöst. Es habe insgesamt sechs oder sieben Durchsuchungen in seinem Privathaus und in der Kanzlei gegeben, Computer und Akten seien beschlagnahmt worden, berichtet Lorenz. „Der Reputationsschaden ist enorm.“

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