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Wie viel Platz für die Windkraft?

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Von: Peter Hanack

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Zwei Windräder ragen aus dem Dunst über der Wetterau heraus.
Zwei Windräder ragen aus dem Dunst über der Wetterau heraus. © dpa

Wir beantworten Fragen zu Vorranggebieten und dem Ausbautempo.

Was ist ein Vorranggebiet?

Ein Vorranggebiet ist eine Fläche, die vorrangig für die Errichtung von Windkraftanlagen vorgesehen ist. Diese Gebiete haben einen Ausschlusscharakter, d.h. außerhalb der Vorrangflächen dürfen keine solchen Anlagen entstehen. Ausnahmen gelten lediglich für bereits erteilte Genehmigungen.

Wie groß sind die Vorranggebiete in Hessen?

Hessen hat insgesamt rund 1,9 Prozent seiner Landesfläche als Vorranggebiete ausgewiesen. Dabei verteilen sich die Flächen nach den drei Regierungsbezirken unterschiedlich.

Wie verteilen sich die Flächen im Land?

Im Regierungsbezirk Kassel wurden nach Angaben des dortigen Regierungspräsidiums 16 705 Hektar ausgewiesen, das sind fast genau zwei Prozent der Fläche Nordhessens. In Mittelhessen, im Regierungsbezirk Gießen, sind es 12 100 Hektar, was einem Anteil von rund 2,2 Prozent entspricht. In Südhessen, im Regierungsbezirk Darmstadt, sind 11 175 Hektar und damit 1,5 Prozent der Fläche für den Bau von Windrädern ausgewiesen.

Wie steht Hessen damit im Vergleich der Bundesländer da?

Hessen belegt unter den 16 Bundesländern nach Schleswig-Holstein den zweiten Platz und erfüllt damit nahezu die Vorgabe des neuen Klimaministers Robert Habeck (Grüne), wonach Deutschland insgesamt zwei Prozent seiner Landesfläche nutzen soll. Schlechter schneidet Hessen allerdings ab, wenn man die absoluten Zahlen betrachtet. Gut 1100 Windräder drehen sich in Hessen zurzeit, in Niedersachsen sind es fast 6500.

Wie geht der Ausbau der Windkraft in Hessen voran?

Der Ausbau geht wieder etwas zügiger voran als zuletzt. Im vergangenen Jahr wurden landesweit 18 Windkraftanlagen errichtet, sie haben zusammen eine Leistung von 62 Megawatt. 2020 waren es 27 Windräder, 2019 nur vier. Deutschlandweit waren es 2021 knapp 500 neue Rotoren. Spitzenreiter dort: Niedersachsen und Brandenburg mit je gut 100 Anlagen.

Was hat es mit den Weißflächen auf sich?

Die Weißflächen sind Gebiete, für die im Teilplan Erneuerbare Energien im Jahr 2019 noch keine abschließende Entscheidung darüber getroffen wurde, ob diese Vorrangflächen werden sollen oder nicht. Sie umfassten etwa 0,8 Prozent der Fläche Südhessens, also des Regierungsbezirks Darmstadt. Sie wurden erst mit der Änderung des Teilplans, der im März 2020 wirksam geworden war, endgültig definiert. Das geschah Mitte 2021. Mit der Änderung des Teilplans wurden dann weitere 0,1 Prozent der Fläche Südhessens als Vorranggebiet zur Nutzung der Windenergie festgelegt. Das entspricht einer Fläche von 983 Hektar. Insgesamt gibt es in Südhessen damit 122 Vorranggebiete.

Zusammengestellt von Peter Hanack

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