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Widerstand gegen Gewerbegebiet in Wölfersheim

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Bürgerinitative will eine Ausweitung des „Limes“-Areals auf 50 Hektar verhindern. Erste Lagerhalle mit 40 000 Quadratmetern Fläche geht in Betrieb.

Nach Wölfersheim (Wetterau), wo der Rewe-Konzern auf 30 Hektar Acker ein 110 000 Quadratmeter großes Lager bauen will, wehren sich nun auch die Menschen in Limeshain (Wetterau) und Langen-Bergheim (Main-Kinzig) gegen das Zubetonieren der Landschaft durch Logistikzentren. Nachdem die Kommunen Hammersbach (Main-Kinzig) sowie Limeshain und Büdingen (Wetterau) für die Erweiterung des Gewerbegebiets „Limes“ an der A45 einen Zweckverband gegründet haben, hat sich Widerstand in Form einer Bürgerinitiative etabliert. „Schatzboden“ lehnt die geplante Verdopplung der „Limes“-Fläche von derzeit 24 auf fast 50 Hektar ab.

Mit dieser Forderung steht die BI nicht allein da. Die jüngste Zweckverbandssitzung zum Thema Ausbau konnte wegen Überfüllung nicht eröffnet werden. Mehr als 150 Zuhörer waren gekommen. Die Sitzung wurde deshalb auf den Mittwoch, 3. April, 20 Uhr, in die Limeshalle in Himbach verlegt.

„Die Leute schrecken oft erst auf, wenn sich was sichtbar tut“, sagt BI-Sprecher Kim Sen-Gupta aus Limeshain. In den vergangenen Monaten ist eine rund 40 000 Quadratmeter große Lagerhalle aus der sanfthügeligen Ackerlandschaft gewachsen. „Uns sind die Ausmaße erst klar geworden, als die Fakten schon geschaffen waren“, so Sen-Gupta. Es habe bisher an Transparenz und Bürgerbeteiligung gemangelt. Auch wirft die BI die Frage auf, warum der Zweckverband das komplette Areal an die Dietz AG in Bensheim, einen Investor in Gewerbeimmobilien, verkauft hat.

Die Flächenverdoppelung, um Platz für ein mutmaßlich 680 Meter langes Lager zu schaffen, will die BI nicht still über die Bühne gehen lassen. Die Pläne für die bereits genehmigten 24 Hektar seien nicht mehr abzuwenden, wohl aber bestehe eine Chance, die mehr als 24 Hektar große Erweiterung zu stoppen. Hierzu müsse die Regionalversammlung noch ihre Zustimmung geben, sagt Sen-Gupta.

„Mit der Ausweitung wird das interkommunale Gewerbegebiet Limes seine ursprüngliche Größe erhalten“, sagt dazu Verbandschef und Bürgermeister von Hammersbach, Michael Göllner (SPD). 2009 habe man die Fläche auf Rat der Regionalversammlung und des Regierungspräsidiums auf 50 Hektar aufgestockt. Letztlich sei nur die Hälfte in den Flächennutzungsplan aufgenommen worden, weil der Region damals eine rückläufige Entwicklung prognostiziert worden sei.

Im Endausbau soll neben kleinen Betrieben eine Gesamtlogistikfläche von 160 000 Quadratmetern entstehen. Der Verband habe einen städtebaulichen Vertrag mit der Dietz AG geschlossen; für die Erweiterung besitze der Investor die Kaufoption.

Mieterin der neuen Halle ist die französische ID Logistics. Geschätzte 500 Arbeitsplätze sollen entstehen. Laut der Dietz AG werden dort „Konsumgüter“ umgeschlagen. Das Lkw-Aufkommen richte sich nach dem „Bestell- und Kaufverhalten der Bevölkerung“. Die Verkehrsinfrastruktur reiche zumindest für die derzeitigen 24 Hektar aus, so Göllner. Für die Erweiterung werde auch ein neues Gutachten erstellt. Der Verbandschef rechnet mit keiner Belastung der nur wenige Hundert Meter entfernten Wohngebiete ob des steigenden Lkw-Verkehrs.

www.schatzboden.org

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