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Die Sanierung des Bades kostete rund 5,2 Millionen Euro und damit 1,9 Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant.
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Die Sanierung des Bades kostete rund 5,2 Millionen Euro und damit 1,9 Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant.

Karben

Zurück zur Jahreskarte

  • Andreas Groth
    VonAndreas Groth
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SPD und Grüne wollen die Preise für den Besuch des Hallenfreizeitbades ändern. So fordert die SPD-Fraktion, dass für 220 Euro wieder eine Jahreskarte angeboten wird.

Das Hallenfreizeitbad gehört zu den Dauerbrennern der Kärber Kommunalpolitik. Nach Diskussionen in den Gremien über die gestiegenen Sanierungskosten oder die Wiedereinführung des Frauenschwimmens geht es nun um das Preissystem. In der Stadtverordnetenversammlung am kommenden Freitag will die Opposition Anträge einbringen, die wesentliche Änderungen bei den Eintrittspreisen vorsehen.

So fordert die SPD-Fraktion, dass für 220 Euro wieder eine Jahreskarte angeboten wird. Seit der Eröffnung des renovierten Bades im März 2014 gibt es diese nicht mehr. Im aktuellen Bezahlsystem können Mehrfachnutzer Geldwertkarten (GWK) erwerben. Erhältlich sind sie in den Stufen 50, 100, 200 und 400. Wer zum Beispiel eine GWK 100 hat, zahlt den um zehn Prozent ermäßigten Eintrittspreis, also 3,60 Euro. Eine GWK 200 bedeutet 20 Prozent Ermäßigung.

Besucherzahlen nicht zu vergleichen

Geht es nach der SPD, fallen die Stufen 200 und 400 künftig weg. Stattdessen soll es eine neue GWK 150 geben. Zudem fordern die Genossen, dass auch Rentner wieder den ermäßigten Eintritt von drei Euro zahlen. Dieser wird zurzeit nur Kindern, Jugendlichen, Schülern, Studenten und Schwerbehinderten gewährt.

Im SPD-Antrag schreibt Fraktionsvorsitzender Thomas Görlich, die Preisgestaltung habe dazu geführt, dass Stammkunden wegblieben oder das Bad nur noch eingeschränkt nutzten. Vielschwimmer und Familien griffen auf Angebote in den Nachbargemeinden zurück. Rentner hätten die Nutzung aus finanziellen Gründen reduziert. Woher diese Informationen stammen, geht aus dem Antrag nicht hervor.

„Es mag Einzelbeispiele geben“, kommentiert der für das Hallenbad zuständige Stadtrat Michael Ottens (Freie Wähler) den Antrag. Ein seriöser Vergleich der Lage vor und nach dem Umbau des Bades lasse sich aber erst in einigen Monaten anstellen. Ungeachtet dessen seien „die Normaleintrittspreise die günstigsten Preise im Umkreis von 20 Kilometern für vergleichbare Bäder“, sagt Ottens. Hinzu komme in dem Bad am Breul eine unbefristete Aufenthaltsdauer.

Die Grünen äußern sich nicht weniger unzufrieden über die gegenwärtige Preisgestaltung. Sie wollen im Parlament ebenfalls beantragen, die Jahreskarte wieder einzuführen. Sie soll 240 Euro kosten, ermäßigt 160 Euro. Überdies schlagen sie Halbjahres- und Monatskarten vor, die für 150 Euro und 30 Euro zu haben sind. Familien mit zwei Erwachsenen und bis zu zwei Kindern sollen nach Vorstellung der Partei eine Jahreskarte für 360 Euro erwerben können.

Die Grünen halten das aktuelle Preissystem für „kundenunfreundlich“, weil „Stammkunden“ keine Vorteile gegenüber Gelegenheitsnutzern hätten. Die Geldwertkarten könnten die Jahreskarten nicht ersetzen, da mit ihnen jeder Eintritt einzeln Geld koste, „so dass eine Steuerung hin zu möglichst wenigen Schwimmbadbesuchen erfolgt“.

Obwohl das Kärber Bad als Familienbad konzipiert sei, werde der regelmäßige Besuch zu einem „kostspieligen Unterfangen“, schreibt Fraktionsvorsitzender Mario Schäfer (Die Grünen). Bei zwei Badbesuchen in der Woche betrage der reguläre Preis für zwei Erwachsene mit zwei Kindern, die älter als vier Jahre sind, mit Einzeleintrittskarten 1400 Euro. Selbst mit der GWK 400 kämen immer noch 1120 Euro zusammen. Dies sei „unsozial“.

Grüne halten Preissystem für kundenunfreundlich

Mit der neuen Familienjahreskarte zahle die Familie 360 Euro, im Bad Homburger Seedammbad sei die gleiche Leistung für 400 Euro, in Nidderau für 330 Euro zu haben. „Die Aussagen von Stadtrat Ottens, dass Hallenfreizeitbad Karben hätte weit und breit die niedrigsten Eintrittspreise, sind somit aktuell schlicht falsch“, so Schäfer.

Der Gescholtene hält den Grünen-Vorschlag für schwer umsetzbar. Wie kontrolliert werden solle, dass die Familienjahreskarten auch tatsächlich nur von Eltern und den Kindern genutzt würden, sei ihm unklar, so Ottens. Zudem sei die angeführte Modellfamilie eine Ausnahme. Ottens befürchtet, Jahreskarten mit den von SPD und Grünen vorgeschlagenen Entgelten hätten Folgen für die Inhaber der Geldwertkarten. Zu Recht würden diese einen Umtausch oder Nachlass auf ihre bezahlten Karten fordern.

Ottens rät davon ab, den Anträgen der Opposition zuzustimmen. Letztlich müssten sich die Stadtverordneten fragen, was sie wollten. Eine Deckelung des jährlichen Zuschusses oder günstigere Eintrittspreise? Beides zusammen gehe nur schwerlich – zumal für eine Schutzschirmkommune.

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