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Das Kurhaus verschwindet hinter der Baustelle.
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Das Kurhaus verschwindet hinter der Baustelle.

Kurhaus Bad Vilbel

Zukunft eines Denkmals

  • Meike Kolodziejczyk
    VonMeike Kolodziejczyk
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Das Kurhaus geht geradezu unter im Bau-Rumoren der "Neuen Mitte". Angesichts der Entwicklung wird nun die Forderung laut, auch die Art der Sanierung sowie die künftige Rolle des Gebäudes zu klären. Und die Frage, woher das Geld dafür kommen soll.

Das Kurhaus geht geradezu unter im Bau-Rumoren der "Neuen Mitte". Angesichts der Entwicklung wird nun die Forderung laut, auch die Art der Sanierung sowie die künftige Rolle des Gebäudes zu klären. Und die Frage, woher das Geld dafür kommen soll.

Es bröckelt langsam, aber stetig vor sich hin. Hinter Bauzäunen, Baucontainern und Baumaschinen, die nicht seinetwegen da sind. Vor ihm türmt und zieht sich zusehends die „Neue Mitte“ mit der Mediatheksbrücke auf. Das denkmalgeschützte Kurhaus verschwindet buchstäblich im Schatten der beiden Prestigeprojekte.

Was aber soll passieren mit dem sanierungsbedürftigen Gebäude? Und wie soll es sich, quasi als „alte Mitte“ einfügen in die „Neue Mitte“? „Eine moderne, in der Innenstadt von Bad Vilbel gelegene Stadthalle wäre sicherlich wünschenswert“, schrieb Kulturamtsleiter Claus-Günther Kunzmann jüngst in einem offenen Brief. Diese müsse aber „eine wesentlich größere Kapazität aufweisen als das derzeitige Kurhaus mit seinen unter 300 Sitzplätzen“.

Um der „doppelten Anforderung“ an das Kurhaus – als denkmalgeschütztes Gebäude sowie als Veranstaltungsort mit Sicherheitsvorgaben – genügen zu können, halte er „nur folgende Lösung für denkbar“: Anstelle des Kurmittelhauses, das derzeit noch Stadtbücherei und Hallenbad beherbergt, müsse ein Anbau errichtet werden, „in dem ebenerdig ein neuer Saal mit einer ausreichenden Kapazität und einer vernünftigen Bühne untergebracht wird“.

Anlass für Kunzmanns Schreiben waren die Querelen infolge des von SPD-Chef Udo Landgrebe beim Herbstkonzert der Stadtkapelle geäußerten Vorschlags, eine Spendeninitiative zu starten. Prompt reagierte Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) und warf dem Stadtrat „Scheinheiligkeit“ vor. Schließlich habe die SPD im Frühjahr den Hessentag und mit diesem Landesfördermittel in Millionenhöhe abgelehnt und damit „eine schnelle und für die Stadt kostengünstige Chance zur Sanierung“ vertan. Er bedauere, dass das Problem auf der „parteipolitischen Bühne“ ausgefochten werde, sagt Landgrebe der FR. „Das muss parteiübergreifend angegangen werden.“ Dass das Gebäude saniert werden müsse, sei „seit 30 Jahren unbestritten“, nicht erst seit der Hessentags-Debatte.

Diese aber hat das Thema wieder aufs Tapet gebracht, inklusive der Frage, wie der Umbau denn finanziert werden soll. Kunzmann kann sich „nicht vorstellen, dass dieser unter 15 Millionen zu liegen käme“. Er halte es jedoch „für finanziell völlig unvernünftig, wenn zum jetzigen Zeitpunkt mehr Geld in die Hand genommen würde als zum reinen Erhalt der gegebenen Nutzung“. Einfach nur die Sanierung zu fordern, sei nicht genug, sagt Kunzmann auf FR-Nachfrage. Man müsse sich zunächst darüber klar werden, welche Funktion das Kurhaus künftig überhaupt haben solle. „Wo soll die Reise hingehen? Und was sind die Konsequenzen?“

Konsequenzen hätte es etwa für das Kultur- und Sportforum in Dortelweil, wenn auf dem Kurhausareal eine weitere Stadthalle entstünde. Eine Lösung, die auch SPD-Chef Landgrebe befürworten würde. Bad Vilbel müsse wieder einen innerstädtischen Versammlungsort bekommen. „Das Zentrum muss das Kurhaus werden.“ Damit entstünde keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung zum Kultur- und Sportforum.

Kunzmann ist da skeptisch. Der Kurhausausbau werde zu einer Reduzierung der Veranstaltungen in Dortelweil führen. Man müsse sich fragen, ob man eine solche „Verschiebung zugunsten der Innenstadt“ wolle. „Wir brauchen keine zwei Stadthallen.“ Denkbar sei auch, das Kurhaus als Gebäude für deutlich geringere Nutzerzahlen zu sanieren. „Aber dann hätte es eine andere Funktion.“

Zudem bleibt zu klären, was mit dem Hallenbad geschehen soll. Diese Frage stelle sich jedoch erst, „wenn das Kombibad in trockenen Tüchern ist“, sagt Stadtsprecher Bastian Zander nach Rücksprache mit dem Ersten Stadtrat Jörg Frank (CDU). „Da ist noch viel Musik drin“, sagt Landgrebe. „Und auch Sprengstoff.“

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