+
Das Baugebiet "Im Schleid" (im Hintergrund) ist noch nicht fertig, schon folgt "Stadtgärten".

Quartier "Stadtgärten" in Bad Vilbel

700 Wohneinheiten entstehen am Bahnhof

  • schließen

Die Bauarbeiten für das Quartier "Stadtgärten" haben in Bad Vilbel begonnen. Insgesamt entstehen dort 84 Reihenhäuser. Der Kaufpreis beträgt bis zu 746 000 Euro.

Wo sich einst auf dem fetten Lehmboden nördlich des Bad Vilbeler Bahnhofs Zuckerrüben und Getreide ausbreiteten, wachsen nunmehr Wohnhäuser. Nachdem vor gut eineinhalb Jahren in der „Krebsschere“ das Großneubaugebiet „Im Schleid“ gestartet worden ist, folgt jetzt nebenan ein weiteres, mit knapp 700 Wohneinheiten noch größeres Quartier. Die Arbeiten haben bereits begonnen. In mehreren Bauabschnitten sollen Reihen- und Geschosswohnungsbau entstehen. Wie es heißt, investiert die Quartier Stadtgärten Bad Vilbel GmbH, vormals Henninger-Quartiersgesellschaft Dossenheim bei Heidelberg, rund 250 Millionen Euro. Projektentwickler sind Conceptaplan aus Dossenheim und Actris Immobilien aus Mannheim. Beide Unternehmen sind hierzu ein Joint-Venture eingegangen, beide haben auch das Frankfurter Viertel „Stadtgärten Henninger Turm“   realisiert. Actris übernimmt in Bad Vilbel die Vermarktung. Die Stadt wird zwei Kindertagesstätten errichten. Der Kreis wird voraussichtlich in diesem Jahr mit dem Bau einer Grundschule für knapp 300 Kinder beginnen. 

Die erste Marge der „Stadtgärten“ wird mit 27 von insgesamt einmal 84 „Stadthäusern“ gemacht – Reihenhäuser mit schmalem Grundriss, aber zwei Obergeschossen und Keller. Als Bezugstermin wird das erste Quartal 2020 genannt. Für weit mehr als die Hälfte der Objekte im ersten Bauabschnitt gibt es abgeschlossene Kaufverträge, heißt es. „Die Vermarktung ist besser angelaufen als gedacht“, sagt Jörg Janson von Actris. 

Die Preisspanne erstreckt sich laut Internetportal Immobilienscout24 von rund 667 000 bis 746 000 Euro, bei 143 bis 157 Quadratmeter Wohnfläche und jeweils fünf Zimmern. Preise, die offenbar auch der nahen Lage der Kleinstadt zu Frankfurt geschuldet sind. Laut Gutachterausschüsse Wetteraukreis/Main-Kinzig-Kreis für Bodenrichtwerte sind die Grundstückspreise in Bad Vilbel von 2016 bis 2018 je nach Lage um bis zu 42 Prozent gestiegen. 
Bei den „Stadtgärten“ soll der Gegenwert neben der baulichen Ausstattung auch durch eine „architektonische Vielfalt und hohe Wohnqualität“ geschaffen werden. Das Quartier werde überdies von einem Landschaftsgärtner mit Grün und Bäumen gestaltet, so Janson. Kleinere Plätze sollen öffentlichen Raum für Begegnung bieten. Die Niedrigenergiehäuser werden von einer Nahwärmeversorgung beheizt, die in die Hände der Bad Vilbeler Stadtwerke gelegt wird. „Die Bewohner erhalten somit einen sicheren Partner für einen reibungslosen Betrieb“, sagt Janson. 

In den nächsten Bauabschnitten wird gehobener Geschosswohnungsbau in „Stadtvillen“ entstehen. Laut Janson werden nicht alle Wohnungen verkauft, eine kleine Zahl bleibt im Bestand der Stadtgärten Bad Vilbel GmbH. Diese Wohnungen in unterschiedlicher Größe sollen dann vermietet werden. „Die Vermietung ist wichtig für die Quartiersentwicklung, etwa um langfristig einer Überalterung entgegenzuwirken“, erläutert Janson. Wie viele Mietwohnungen von der GmbH angeboten werden, ist noch unklar, ebenso der Quadratmeterpreis. Laut Janson wird die Miete entsprechend dem Ortsniveau ausfallen, möglicherweise unter Einpreisung der Nachfrage. 

Das Baugebiet: Anfang der 2000er Jahre erwarb die Stadt rund 80 Hektar Äcker zwischen Main-Weser-Bahn und Bundesstraße, als Baugebiet „Krebsschere“ für Gewerbeansiedlung.

Die Infrastruktur wurde geschaffen, Interessenten soll es einige gegeben haben, zuletzt einen chinesischem Großinvestor für ein Handelszentrum.

Die Stadtverordneten machten ob der wenig aussichtsreichen Lage im Jahr 2014 den Weg frei, auch Wohnbebauung zuzulassen. Zurzeit entstehen dort die Gebiete „Im Schleid“ und „Stadtgärten“. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare